Wissenschaftliche Forschung

Das große Forschungsthema der Museumszoologen ist die Erfassung und Beschreibung der Vielfalt der Tierarten der Welt. Im Bereich Paläontologie gilt Entsprechendes für die Erforschung der Tierwelt früherer Erdzeitalter. Da diese Forschungsrichtungen an den Universitäten immer seltener vertreten sind, haben die Museen eine besondere Verantwortung für die Erfassung und Dokumentation der Biodiversität.

Am Staatlichen Naturhistorischen Museum sind Reptilien ein besonderer Schwerpunkt. Erforscht werden die Verwandtschaftsverhältnisse und die Evolution der Echsen und Schlangen Europas, Afrikas und Vorderasiens. In einem Kooperationsprojekt ULRICH JOGERs mit KATHY POOK von der Universität Bangor (Wales) sollen die Verwandtschaftsverhältnisse der Sandrasselottern (weltweit gefährlichste Giftschlangen) mit molekulargenetischen Methoden aufgeklärt werden.

  (Z.Zt. werden – in Zusammenarbeit mit dem Zoologischen Institut der TU Braunschweig und der Deutschen   (Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen (DSMZ), folgende Doktorabeiten angefertigt:

- NIKOLAUS STÜMPEL: Phylogenie der Großvipern Vorderasiens (Macrovipera, Montivipera).
- SALEM BUSAIS (DAAD-Stipendiat aus dem Jemen): Systematik jemenitischer Geckos.
- ISMAIL BSHAENA (Stipendiat aus Libyen): Phylogeographie der Gattung Tarentola in Nordafrika.
  Gerade fertig gestellt wurde die Dissertation von
- ESKANDAR RASTEGAR-POUYANI (Stipendiat aus dem Iran): Phylogenie der Sandläufer-Eidechsen
  (Gattung Eremias).

Die große, weltweit orientierte Braunschweiger Vogelsammlung zieht Ornithologen aus vielen Ländern an. Sogar noch unbekannte Arten,
die in der Natur übersehen wurden oder
schon ausgestorben sind, wurden hier gefunden. Ein Beispiel: 1998 beschrieben LAMPERT und RASMUSSEN eine neue Eulenart von der indonesischen Insel Sangihe. Dafür
benutzten Sie ein Exemplar aus der Sammlung
des Naturhistorischen Museum, das bereits W. BLASIUS 1888 beschrieben hatte. Dieses Tier wurde zum Typusexemplar der neuen
Art. Scops collari.


HELFRIED WÖLKERLING bearbeitet die Käfersammlung des Naturhistorischen
Museums. Sie stammt aus dem 19. und
frühen 20. Jahrhundert und dokumentiert
daher ökologische Veränderungen in unserer Region

FRITZ J. KRÜGER erforscht Fossilien der Braunschweiger Region, speziell Stachelhäuter und Weichtiere.
Er hat bereits mehrere neue Arten beschrieben

In der Republik Niger (Westafrika) werden vom Team des Naturhistorischen Museums aktuell Dinosaurierskelette aus der Kreidezeit
(vor ca. 120 Millionen Jahren) ausgegraben.
Dabei wird das Museum von der Fossilien-AG seines Fördervereins tatkräftig unterstützt. Aber auch bei in Deutschland sind außergewöhnliche Fossilien zu finden: 2005 barg die Fossilien-AG einen Fischsaurier bei Cremlingen.
Ein weiteres Forschungsgebiet ist die Fauna
der Eiszeit. Das Museum besitzt umfangreiche Sammlungen eiszeitlicher Knochen, besonders aus dem Harz (Rübeländer Höhlen). Diese Knochen sind so gut erhalten, dass man sogar genetisches Material (DNA) aus Ihnen gewinnen kann.

Ein von der DFG gefördertes Projekt, das ULRICH JOGER gemeinsam mit MICHAEL HOFREITER vom Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig und russischen Kollegen durchgeführt wird, hat die Evolution der heutigen und ausgestorbenen Elefanten (z.B. Mammut) zum Thema.

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