Ein Saurier namens Michel...

Die Ichthyosaurier oder „Fischechsen“ waren schnelle Schwimmer mit torpedoförmigen Körpern, zu Paddeln umgebildeten Gliedmaßen und einer halbmondförmigen Schwanzflosse, die in der Trias, im Jura und in der Kreidezeit die Meere bevölkerten. Sie starben noch während der Kreidezeit aus.
Mit ihren langen Schnauzen und spitzen Zähnen jagten sie kleine Meeresbewohner wie Fische und Tintenfischartige. Während in Süddeutschland Ichthyosaurierfunde aus dem Unteren Jura nicht selten sind, sind aus Norddeutschland deutlich weniger Exemplare bekannt.

Die Entdeckung dieses Meeressauriers erfolgte zufällig bei gezielten Baggerarbeiten am Geopunkt Hondelage im Rahmen eines gemeinsamen Grabungsprojekts des Museums mit dem Förderkreis Umwelt- und Naturschutz (fun) in Hondelage. Innerhalb weniger Tage hatte das Team aus haupt- und ehrenamtlichen Museumsmitarbeitern unter der Leitung von Dr. Ralf Kosma, dem Paläontologen des Museums, das fast vollständige Skelett des Ichthyosauriers freigelegt. Von der Schnauzenspitze bis zur Schwanzspitze misst das Tier etwa 3,25 m. Es lebte vor ca. 175 -180 Millionen Jahren im Jurameer. Es gelang dem Team, eine Blockbergung vorzunehmen, bei der die Knochen im Fundzusammenhang bleiben konnten. Der gut 3,5 m große und etwa eine Tonne schwere Block wurde in Kunstharz eingebettet und in die Paläontologische Werkstatt des Museums überführt, wo derzeit die ehemalige Unterseite des Skeletts mit feinen Werkzeugen freipräpariert wird.