
| Weit gereistes Süßwasser-Stechrochenpärchen bekommt den ersten Nachwuchs
Von Michelle Pospich Anfang Mai erblickte ein kleiner samtschwarzer und weißgepunkteter Rochen im Staatlichen Naturhistorischen Museum in Braunschweig das Licht der Aquariumslampen. Der im Durchmesser zehn Zentimeter große Leopolds Stechrochen (Potamotyrgon leopoldi) ist Einzelkind und ein äußerst genügsamer Neuzugang. Leitungswasser, Mückenlarven und Fisch sind alles, was man als kleiner Rochen zum Glücklichsein braucht.
Nachdem die Elterntiere vor vier Jahren über einen Fischimporteur in das Naturhistorische Museum gelangt sind, hatten sie bereits eine lange Reise hinter sich. Sie stammen aus einem Flusssystem im brasilianischen Amazonasgebiet und sind dort mittlerweile als bedrohte Art verzeichnet.
Da die Leopolds Stechrochen nach ca. drei Jahren ihre Geschlechtsreife erlangen, wurde die Hoffnung groß, dass Bisswunden des Weibchens auf den groben Paarungsakt deuten könnten. Und tatsächlich: Nach und nach konnte man die vielversprechende Wölbung erkennen und nach ungefähr fünf Monaten die ersten Bewegungen erahnen. Rund 6 Monate verbrachte das Junge, wie eine Zigarre eingerollt, im Mutterleib und kam dann eines Nachts quicklebendig zur Welt.
Voraussichtlich werden Frau Rochen und ihr Junges am Freitag den 04.06.2010 wieder in das Becken zu Herrn Rochen ziehen und sind ab dann für alle Besucher des Museums zu beobachten. Wenn Sie die kleine dreiköpfige Familie gerne unterstützen möchten, können Sie sich direkt bei Mark Regent, Leiter des Aquariums im Naturhistorischen Museum, über eine Museumspatenschaft informieren (Tel.: 0531-28892-0).
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