
Tipp des Monats im Juni 2003:
Belemniten - Donnerkeile
oder Teufelsfinger
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Donnerkeile werden im Volksmund noch heute die massiven, geschossartigen Rostren der Belemniten, einer ausgestorbenen Tintenfischart, genannt. Es sind die Reste eines Innenskeletts, ähnlich dem heutigen Sepia- Schulp. Sie wuchsen durch jahreszeitlich bedingte rhythmische Ausscheidungen von Kalklamellen, die radial angeordnet sind. Dieser Aufbau lässt sich leicht an jedem Bruchstück beobachten. Donnerkeile oder Belemniten zählen zu den häufigsten Fossilien, die an Küsten und in Kiesgruben gefunden werden können. F.A.Quenstedt, ein bekannter Fossilienforscher, prägte 1849 den Satz: „ Es gibt kein Petrefakt ( so nannte man früher die Fossilien) dem namentlich das Deutsche Volk solche Aufmerksamkeit zugewendet hätte, als die Belemniten.“ |
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Es ist nicht viel, was wir von diesen
ausgestorbenen Meerestieren in den Händen halten, doch sind es in ihrer
differenzierten Gestaltung und in ihrem Aufbau in mehrfacher Hinsicht sehr
wichtige Fossilien. So bilden sie in den Zeiten der Unter- und Oberkreide
gute Leitfossilien, mit deren Hilfe sich die unterschiedlichen
Gesteinsschichten unterscheiden und altersmäßig gliedern lassen. Es sind
biologische Zeitmesser und Künder bestimmter Lebensräume, besonders in den
Meeren der oberen Kreidezeit vor etwa 70 Millionen Jahren, und „fossile
Thermometer". Der Name Belemnites bedeutet „das Geschleuderte, der Blitz“. Der Name „Donnerkeile“ verweist auf Geschosse des Donnergottes Donar / Thor, die er zur Erde schleudert und damit die Blitze erzeugt. Die Donnerkeile sollten sieben Klafter tief in den Boden einschlagen. Jedes Jahr steigen sie jedoch einen Klafter hoch, bis sie nach sieben Jahren wieder den Erdboden erreichen. Dort werden sie dann gefunden. Es waren Zaubersteine, mit der Kraft Donars aufgeladen, die das Unheil abwehrten. Belemniten waren ein beliebtes Hausmittel,
das in keiner Apotheke fehlten durfte. Sie wurden angewendet gegen
Albdrücken und Brustleiden, bei Nieren- und Blasenleiden, sowie in der
Augenheilkunde bei Mensch und Tier. Als „Rappenkegel“ wurden Belemniten
pulverisiert und Pferden in die Augen gestreut. Auch Hildegard von Bingen
wusste ein treffliches Rezept, ausschließlich gegen Magenschmerzen. |