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Mit ihren kurzen, kräftigen Zehen klammert sich die Blaumeise geschickt an Zweige und Blätter. Mit dem Schnabel reißt sie Rindenstücke ab, um an die darunter versteckten Insekteneier zu gelangen. Auch Schmetterlingslarven und Blattläuse sind oft „hängend“ am besten zu erreichen.
Bereits im zeitigen Frühjahr pfeift ein Blaumeisen-Männchen im Geäst. Dabei sitzt es aufrecht auf dem Zweig mit hoch erhobenem Kopf. Auf helle und reine Töne folgen tiefere trillernde Reihen, was soviel heißt wie: „Hier bin ich – hier bleibe ich, das ist mein Revier!“
Blaumeisen kann man im Frühjahr oft an Nistkästen beobachten. Das Blaumeisen-Weibchen sammelt geschäftig Nistmaterial und trägt Moos, Grashalme, Haare und Federn in die Höhle. Mitte April ist das Nest fertig. Das Blaumeisen-Weibchen legt 7-14 cremefarbene, unregelmäßig rostrot gefleckte Eier und bebrütet sie nun 2 Wochen lang. Dabei werden die Eier immer wieder verschoben und gedreht, so dass sie auf allen Seiten gleichmäßig gewärmt werden. In dieser Zeit wird das Weibchen vom Partner mit Futter versorgt. Etwa 10 mal am Tag bringt das Männchen Raupen, Spinnen, Käfer oder andere Insekten vorbei.
Es ist soweit - die Jungvögel sind geschlüpft! In den ersten Tagen werden die kleinen, nackten und blinden Nestlinge vom Weibchen fast ununterbrochen gewärmt. Aber bald schon müssen beide Eltern auf Nahrungssuche gehen, denn der Appetit des Nachwuchses ist kaum zu stillen. Die leuchtend gelbe Farbe des weiten Schlundes und die Bettelrufe regen die Eltern zum Füttern an. Bis zu 1000 mal pro Tag beliefern die fleißigen Blaumeisen ihre Jungen mit Futter. In schnellem Flug erscheinen die Eltern aus dem nahen Gebüsch. Der Schnabel ist jedes Mal voller Leckerbissen für den Nachwuchs. Hat ein Jungvogel gefressen, streckt er den Hinterleib weit in die Luft und gibt ein Kotbällchen ab, das in einer gallertartigen Hülle „verpackt“ ist. Die Vogeleltern übernehmen das Kotbällchen und tragen es sofort nach draußen, wo sie es in einiger Entfernung fallen lassen. Eine ideale Möglichkeit, das Nest sauber zu halten!
Sind die Jungvögel ausgeflogen, geben sie mit ihren lauten Bettelrufen ihren Standort an. Die Vogeleltern sind also noch einige Zeit gefordert und füttern den Nachwuchs bis er nach weiteren 2 Wochen selbständig ist.
Kirstin Kuczius
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