.Ihre“ Anemone bewohnen die
farbenprächtigen Fische meist paarweise. Bei großen Anemonen oder wenn
mehrere Anemonen dicht zusammenstehen schließen sich die Clownfische auch zu
kleinen Gemeinschaften zusammen. In den Gemeinschaften trifft man stets eine
größere Anzahl von Männchen an, jedoch immer nur ein Weibchen. Das Weibchen
ist gewöhnlich bedeutend größer als das größte Männchen und das dominierende
Tier der Gruppe. Unter den Männchen besteht eine nach ihrer Größe
gestaffelte Rangordnung. Das größte Männchen befruchtet das Weibchen. So
sind monogame Paare praktisch die Regel.
Bei den
Nachkommen handelt es sich zunächst ausschließlich um Männchen. Sie besitzen
sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsanlagen, doch werden die
weiblichen unterdrückt. Erst wenn das herrschende Weibchen gestorben ist,
entwickelt sich das größte und ranghöchste Männchen zum Weibchen.
Diese Geschlechtsumwandlung hat den Vorteil, dass die Fische ihre schützende
Anemone nicht verlassen müssen, um sich ein neues Weibchen zu suchen.
Die
Clownfische pflanzen sich rund ums Jahr fort. Während der Brutzeit wird das
Gelege besonders vom Männchen eifrig sauber gehalten. Es führt ständig
sauerstoffreiches Wasser herbei und frisst unbefruchtete Eier, die sonst
faulen würden. Gegen Eindringlinge wird die Brut aggressiv verteidigt.
Nach dem Motto „Frechheit siegt“ jagt das Paar
oftmals um vieles größere Fische in die Flucht. Manchmal können die kleinen
Clownfische sogar Taucher durch Zwicken ins Gesicht bis zur Fluchtreaktion
erschrecken.
Die jungen Clownfische schlüpfen nach 1 Woche bis
10 Tagen. Sie sind 3 bis 4 mm groß und noch farblos. Erst nach einer Woche
beginnen sie, die typische Färbung anzunehmen. Die geschlüpften
Fischlarven driften zur Wasseroberfläche und leben dort etwa 12 Tage lang.
Danach kehren sie als Jungfische ins Riff zurück und machen sich auf die
Suche nach einer Anemone.
Mehr über
das Geheimnis des Zusammenlebens von Clownfisch und Seeanemone und warum sie
ihren deutschen Namen „Clownfisch“ erhalten haben, erfahren sie an der
Tipp-Säule im Aquarium des Naturhistorischen Museums.
Claudia Kamcke