Tipp des Monats im Juli 2005:
   Der Clownfisch –
Kinostar mit ungewöhnlicher Sexualentwicklung

Spätestens seit dem Kinofilm "Findet Nemo" ist der Clownfisch, genauer gesagt der Falsche Clown-Anemonenfisch Amphiprion ocellaris, weltbekannt. Seit Dezember vergangenen Jahres ist ein Pärchen des Falschen Clown-Anemonenfisches die Attraktion im Aquarium des Naturhistorischen Museums an der Pockelsstraße und nun der Tipp des Monats im Juli.

Neben „Nemo“ gibt es noch weitere 27 Arten der farbenprächtigen Clownfische. Die Clownfische gehören zu den Riffbarschen (Pomacentridae). Alle leben sie in enger Gemeinschaft mit Seeanemonen.

.Ihre“ Anemone bewohnen die farbenprächtigen Fische meist paarweise. Bei großen Anemonen oder wenn mehrere Anemonen dicht zusammenstehen schließen sich die Clownfische auch zu kleinen Gemeinschaften zusammen. In den Gemeinschaften trifft man stets eine größere Anzahl von Männchen an, jedoch immer nur ein Weibchen. Das Weibchen ist gewöhnlich bedeutend größer als das größte Männchen und das dominierende Tier der Gruppe. Unter den Männchen besteht eine nach ihrer Größe gestaffelte Rangordnung. Das größte Männchen befruchtet das Weibchen. So sind monogame Paare praktisch die Regel.

Bei den Nachkommen handelt es sich zunächst ausschließlich um Männchen. Sie besitzen sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsanlagen, doch werden die weiblichen unterdrückt. Erst wenn das herrschende Weibchen gestorben ist, entwickelt sich das größte und ranghöchste Männchen zum Weibchen. Diese Geschlechtsumwandlung hat den Vorteil, dass die Fische ihre schützende Anemone nicht verlassen müssen, um sich ein neues Weibchen zu suchen.

Die Clownfische pflanzen sich rund ums Jahr fort. Während der Brutzeit wird das Gelege besonders vom Männchen eifrig sauber gehalten. Es führt ständig sauerstoffreiches Wasser herbei und frisst unbefruchtete Eier, die sonst faulen würden. Gegen Eindringlinge wird die Brut aggressiv verteidigt. Nach dem Motto „Frechheit siegt“ jagt das Paar oftmals um vieles größere Fische in die Flucht. Manchmal können die kleinen Clownfische sogar Taucher durch Zwicken ins Gesicht bis zur Fluchtreaktion erschrecken.

Die jungen Clownfische schlüpfen nach 1 Woche bis 10 Tagen. Sie sind 3 bis 4 mm groß und noch farblos. Erst nach einer Woche beginnen sie, die typische Färbung anzunehmen. Die geschlüpften Fischlarven driften zur Wasseroberfläche und leben dort etwa 12 Tage lang. Danach kehren sie als Jungfische ins Riff zurück und machen sich auf die Suche nach einer Anemone.

Mehr über das Geheimnis des Zusammenlebens von Clownfisch und Seeanemone und warum sie ihren deutschen Namen „Clownfisch“ erhalten haben, erfahren sie an der Tipp-Säule im Aquarium des Naturhistorischen Museums.

Claudia Kamcke

 

 

 

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