Tipp des Monats im März 2002: Der Dachs - Meister der unterirdischen Baukultur




Jeder kennt die auffällige, schwarz-weiße Gesichtszeichnung des Dachses. Aber wozu ist sie eigentlich gut? Und was verrät uns die kurzbeinige, schwerfällig wirkende Gestalt des Dachses über seine Lebensweise?
„Fragen an den Dachs“ heißt der Titel des Exklusiv-Interviews, das Mitarbeiter des Naturhistorischen Museums aufgezeichnet haben. Hier kann jeder hören, was ein Dachs über sich und seine Art zu leben berichtet.
Dabei erfährt man z. B., dass Dachse zwar zu den Raubtieren gehören, jedoch nur ausnahmsweise jagen. Dachse gehen stöbernd auf Nahrungssuche und fressen alles, was ihnen dabei vor die Nase kommt: Regenwürmer, Beeren, Getreidekörner, Eicheln, Schnecken, Insekten, Mäuse usw.. Ihr Gebiss ist an diese vielseitige Nahrung angepasst. Die hinteren Backenzähne haben breite Kauflächen, um Pflanzenkost zermahlen zu können. Die vorderen Backenzähne sind spitz und scharf. Sie dienen zum Zerkleinern von Fleisch.
Wie ihre marderartigen Verwandten haben auch Dachse relativ kurze Beine. Das ist günstig, wenn man in engen Röhren unterirdischer Baue lebt. Gegraben werden diese Baue mit den kräftigen Vorderpfoten, die lange Krallen tragen.

über die schwarz-weißen Streifen im Gesicht des Dachses haben sich viele Forscher den Kopf zerbrochen. Einmal wurden sie als Tarnfärbung interpretiert (sich auflösende Konturen im Schlagschatten von Bäumen), einmal als Warnfärbung (scharfe Kontraste als Mittel zur Abschreckung). Beide Theorien sind umstritten. Am wahrscheinlichsten ist, dass die Streifen ein innerartliches Erkennungsmerkmal sind. Dachse sind dämmerungs- und nachtaktiv und sie sind gesellig. An den auffallenden weißen Streifen können sie sich auch bei schwächstem Licht gegenseitig erkennen.
Da Dachse nachtaktiv sind, wird man ihnen tagsüber nicht begegnen. Aber Dachse hinterlassen deutliche Spuren, die ihre Anwesenheit verraten. Dazu gehören Bäume mit Kratzspuren, mit Kot gefüllte Erdlöcher, aufgewühlte Erde und ausgetretene Pfade. Dachsbaue sind meistens sehr ausgedehnt und haben mehrere Eingänge. Charakteristisch sind tiefe Rinnen vor den Eingängen. Da Dachse Nestmaterial in den Bau eintragen, findet man in der Nähe einer Dachsburg oft noch Reste von Gras, Laub oder Moos.


Isabell Ziekur

Archiv   zurück