Tipp des Monats im Januar 2004:
Der
Faröer Kolkrabe – Das älteste Vogelpräparat des Museums
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Die Faröer Inseln sind eine Inselgruppe im europäischen Nordpolarmeer, ungefähr auf halber Strecke zwischen Schottland und Island. Die Besonderheit der Inseln sind die Vögel. Fast 300 verschiedene Arten beobachtete man schon auf der Inselgruppe. Bis vor etwa 100 Jahren zählte auch der heute ausgestorbene Faröer Kolkrabe dazu. Er ist das älteste Vogelpräparat des Naturhistorischen Museums, fast so alt wie das Museum selbst und der Tipp des Monats im Januar, dem ersten Monat im 250jährigen Jubiläumsjahr des Museums. Das Präparat des Faröer Kolkraben wurde 1755 vom ersten Direktor des seit 1754 der Öffentlichkeit zugänglichen Herzoglichen Kunst- und Naturalienkabinetts, Daniel de Superville, aus dem Naturalienkabinett des Herzogs von Orléans angekauft. Damit ist es das älteste Vogelpräparat des Museums. |
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Der Faröer Kolkrabe (Corvus corax varius) war eine Unterart des Kolkraben (Corvus corax) auf den Faröer Inseln, nur dort kam er vor. Bestimmte Bereiche seines Gefieders wie Kopf, Flügel, Bauch und Schwanz waren in Gegensatz zu den völlig schwarzen Kolkraben weiß und mit einzelnen schwarzen Federn gespickt. Die Faröer Kolkraben waren seit dem Mittelalter bei Sammlern sehr beliebt. Sie wurden geschossen und an Sammler verkauft, was wahrscheinlich der Hauptgrund für ihre Ausrottung war. Der letzte sichere Nachweis der schwarz-weißen Faröer Raben stammt von 1916, seitdem gelten sie als ausgestorben. Auch unseren heimischen Kolkraben wäre es beinahe an den Kragen gegangen, jedoch nicht weil sie so beliebt waren. Sie wurden in extremster Weise als vermeintliche Jagd- und Landwirtschaftsschädlinge verfolgt. Abschuss, Schlagfallen und Giftköder dezimierten die Bestände, so dass sie schließlich in weiten Teilen Mitteleuropas ausgerottet wurden. Intensive Schutzbemühungen in den vergangenen Jahrzehnten führten jedoch zu einer erstaunlich schnellen Rückkehr des Kolkraben. Heute nistet er bei uns v.a. wieder in den Bereichen von Nordost- und Süddeutschland. Mehr über den Faröer Kolkraben und über das Privatleben der bei uns heimischen Kolkraben erfahren sie an der Tipp-Säule im neugestalteten Lichtsaal des Naturhistorischen Museums. Außerdem wird geklärt wie und warum die Kolkraben zu ihrem schlechten Ruf kamen.
Claudia Kamcke |