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Den typischen Revierruf des Männchens kann man vor allem im Frühjahr regelmäßig hören. Der Fasan ist auf der Balz. Ab März finden sich die Hähne auf bestimmten Balzplätzen ein. Mit gesträubtem Gefieder und abgespreizten Schwingen stolzieren sie umher. Dem Balzruf „gok-gock“ folgt meist ein schwirrender Flügelschlag. So behaupten der Hähne ihr Revier. Auseinandersetzungen beschränken sich meist darauf, dass sich beide Hähne in aufgerichteter Imponierhaltung frontal gegenüberstehen oder parallel nebeneinander herschreiten. Genügt diese Einschüchterung nicht, kommt es zum „Pickduell“. Niedergeduckt und manchmal zum Schein pickend stehen sie sich gegenüber. Zu erbitterten Kämpfen kommt es nur, wenn keiner der Konkurrenten aufgibt. Verletzungen sind dabei aber nur sehr selten.
Der Fasanenhahn hat meist einen Harem von mehreren Hennen um sich. Ein solcher „Haupthahn“ ist in der Balzzeit im März / April an den hochstehenden Ohrbüscheln deutlich von den „Nebenhähnen“ zu unterscheiden. Er umwirbt immer einzelne Hennen des Harems. Ein leises Gurren dient dabei als Kontaktruf. Mit tiefgehaltenem Kopf und geplustertem Gefieder wird der Flügel, der der Henne zugewandt ist, gespreizt und gesenkt. Der Hahn geht um die Henne oder drängt sich seitlich an sie. Manchmal gleicht das einem gemeinsamen Spaziergang.
Fasane sind Hecken- und Waldrandbewohner. Bei den 3 großen „W“s, Wald, Wiese und Wasser, fühlen sie sich heimisch. Dieser Landschaftstyp erinnert an ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet mit Steppen, Reisfeldern und Dschungel. Der Sage nach entführten die Griechen den Fasan aus dem Land Colchis am Kaukasus. Ab dem 2. Jahrhundert vor Christus gewann er an Bedeutung für die menschliche Ernährung und wurde von den Römern in alle eroberten Länder eingeführt. Im 13. Jahrhundert entstanden an allen europäischen Fürstenhöfen die „Fasanengärtlein“, wo die Vögel in großen Volieren gehalten wurden. Die Haltung von Fasanen in freier Natur erfolgte erst nach Erfindung der Schrotwaffen gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Immer mehr Fasane wurden gezüchtet und zur Jagd ausgesetzt, was heute deutlichen Beschränkungen unterliegt. Dennoch ist der Fasan in den meisten europäischen Ländern das häufigste Jagdwild. Ideale Lebensräume sind daher an Wiesen angrenzende Auwälder, Schilfgürtel und lichte, unterholzreiche kleine Wälder, die genügend Rückzugsmöglichkeiten bieten, um tierischen und menschlichen Jägern zu entkommen.
Kirstin Kuczius
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