Tipp des Monats im Januar 2006:
   Fischotter –
Geschaffen für das Leben im Wasser

Der bronzene Otter vor dem Naturhistorischen Museum streckt dem Besucher seine Pfoten wie zum Gruß entgegen. Die blanken Stellen an dieser Plastik zeigen, dass diese Geste besonders von Kindern oft erwidert wird. In dieser aufgerichteten Haltung beobachten lebendige Fischotter ihr Revier. Dies ist eine typische Stellung für alle marderartigen Tiere, zu denen auch der Otter zählt.

Das Markenzeichen des Hauses weist auch auf die Aufgabe des Naturhistorischen Museums als Informations- und Lernort in Sachen Umweltschutz hin, denn der Fischotter gehört zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten. Wegen seines wertvollen Fells war er lange Zeit als Jagdbeute begehrt und wurde als „Fischräuber“ intensiv verfolgt.

 Zwar darf er seit 1968 nicht mehr gejagt werden, aber die Zerstörung seines Lebensraums und der Straßenverkehr setzten den Fischotterbeständen weiter zu. Nach dem Bundesnaturschutz­gesetz sind Fischotter inzwischen in ganz Deutschland streng geschützt. In Niedersachsen wurde Anfang der 1990er Jahre ein Schutzprogramm aufgestellt, das die Wieder­ansied­lung ermöglichen sollte. Der Fischotter belohnt den Aufwand: Aus Ostdeutschland, wo die Tiere noch häufiger sind, wandern die Otter langsam wieder nach Niedersachsen ein.

 Besonders die Aktion Fischotterschutz e.V. hat durch zahlreiche Projekte, wie z. B. die Revitalisierung der Ise-Niederung bei Gifhorn, Lebensräume für Fischotter geschaffen. Die Hilfe für die Wassermarder steht dabei auch als Sinnbild für einen nachhaltigen Schutz von Natur- und Kulturlandschaften. Mit dem Otterzentrum in Hankensbüttel informiert die  Naturschutzorganisation mit einem vielfältigen Programm über Biologie und Ökologie der Fischotter.

 Viele Kilometer naturnahen Flusslauf mit abwechslungsreichen Uferstrukturen braucht allein ein Tier, mit Höhlen im Flussufer und ruhigen Stellen, an denen es seine Beute fressen kann. Zum Speiseplan zählt alles, was der Otter leicht im und am Wasser erbeuten kann: vor allem Fische, aber auch Frösche, Wasservögel, Mäuse, Würmer und Insekten.

 Sein schlanker Körper mit dem dichten Fell ist ideal an das Leben im Wasser angepasst. Die Zehen sind mit Schwimmhäuten verbunden und werden zusammen mit dem langen, kräftigen Schwanz als Steuer eingesetzt. Beim Tauchen schließen Otter Ohren und Nasenlöcher. Die Augen bleiben jedoch geöffnet, und die Linse hat sogar eine für die Unterwasserjagd besonders hohe Brech­kraft. Zusätzlich dienen die Tasthaare an Gesicht und Vorderbeinen der Orientierung bei der Jagd.

 Das Naturhistorische Museum zeigt den Otter in einem der beliebten Dioramen beim Verspeisen eines Fisches am Flussufer. Wieso Otter bei der Jagd im Wasser trocken und warm bleiben und welche Spuren der scheue Nachtjäger hinterlässt, erfahren Besucher an der Tipp-Säule.

 

 

 

 

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