Das
Markenzeichen des Hauses weist auch auf die Aufgabe des Naturhistorischen
Museums als Informations- und Lernort in Sachen Umweltschutz hin, denn der
Fischotter gehört zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten. Wegen seines
wertvollen Fells war er lange Zeit als Jagdbeute begehrt und wurde als
„Fischräuber“ intensiv verfolgt.
Zwar darf er
seit 1968 nicht mehr gejagt werden, aber die Zerstörung seines Lebensraums und
der Straßenverkehr setzten den Fischotterbeständen weiter zu. Nach dem
Bundesnaturschutzgesetz sind Fischotter inzwischen in ganz Deutschland streng
geschützt. In Niedersachsen wurde Anfang der 1990er Jahre ein Schutzprogramm
aufgestellt, das die Wiederansiedlung ermöglichen sollte. Der Fischotter
belohnt den Aufwand: Aus Ostdeutschland, wo die Tiere noch häufiger sind,
wandern die Otter langsam wieder nach Niedersachsen ein.
Besonders die
Aktion Fischotterschutz e.V. hat durch zahlreiche Projekte, wie z. B. die
Revitalisierung der Ise-Niederung bei Gifhorn, Lebensräume für Fischotter
geschaffen. Die Hilfe für die Wassermarder steht dabei auch als Sinnbild für
einen nachhaltigen Schutz von Natur- und Kulturlandschaften. Mit dem
Otterzentrum in Hankensbüttel informiert die Naturschutzorganisation mit einem
vielfältigen Programm über Biologie und Ökologie der Fischotter.
Viele
Kilometer naturnahen Flusslauf mit abwechslungsreichen Uferstrukturen braucht
allein ein Tier, mit Höhlen im Flussufer und ruhigen Stellen, an denen es seine
Beute fressen kann. Zum Speiseplan zählt alles, was der Otter leicht im und am
Wasser erbeuten kann: vor allem Fische, aber auch Frösche, Wasservögel, Mäuse,
Würmer und Insekten.
Sein
schlanker Körper mit dem dichten Fell ist ideal an das Leben im Wasser
angepasst. Die Zehen sind mit Schwimmhäuten verbunden und werden zusammen mit
dem langen, kräftigen Schwanz als Steuer eingesetzt. Beim Tauchen schließen
Otter Ohren und Nasenlöcher. Die Augen bleiben jedoch geöffnet, und die Linse
hat sogar eine für die Unterwasserjagd besonders hohe Brechkraft. Zusätzlich
dienen die Tasthaare an Gesicht und Vorderbeinen der Orientierung bei der Jagd.
Das
Naturhistorische Museum zeigt den Otter in einem der beliebten Dioramen beim
Verspeisen eines Fisches am Flussufer. Wieso Otter bei der Jagd im Wasser
trocken und warm bleiben und welche Spuren der scheue Nachtjäger hinterlässt,
erfahren Besucher an der Tipp-Säule.