Über den
Haftmechanismus hat man viel gerätselt. Es handelt sich nicht um feuchte
Saugnäpfe wie bei Baumfröschen, sondern um trockene, mikroskopisch kleine
Borsten, die in Gruppen auf Lamellen an der Unterseite der Zehen angeordnet
sind. Diese Borsten haften auf fast allen Oberflächen durch einfache
Adhäsion, indem sie sich an die Unebenheiten der Unterlage anpassen. Um den
Kontakt wieder zu lösen, rollen feine Muskeln die Haftlamellen auf. Das
Prinzip ähnelt dem eines Klettverschlusses.
Die typischen Geckos
sind vor allem in Afrika und Asien zu finden. Die Gattung Tarentola
stammt aus Afrika. Ihre größte Artenvielfalt erreicht sie im Nordwesten des
Kontinents sowie auf den Kapverdischen und Kanarischen Inseln im Atlantik.
In Nordafrika ist wohl ihr Ursprung zu suchen, wahrscheinlich im Tertiär vor
ca. 40-50 Millionen Jahren.
Aus Nordafrika sind
heute 7 Tarentola-Arten bekannt; eine achte Art ist der Gegenstand
des „Tipp des Monats“ im Naturhistorischen Museum.
Auf einer Exkursion
mit Studenten wurden 1997 im Nationalpark Bou-Hedma in Zentraltunesien
Geckos gefunden, die sich von den bekannten Arten unterscheiden. In der
Größe glichen sie den normalen Mauergeckos (Tarentola mauritanica)
der Mittelmeerküste. Sie waren aber hell sandfarben wie die
Wüsten-Mauergeckos (Tarentola deserti). Diese leben im Südzipfel
Tunesiens. Handelte es sich um eine noch unbekannte Art? Um dies
herauszufinden, wurde ein Student beauftragt, im Rahmen seiner Diplomarbeit
die nordafrikanischen Tarentola zu untersuchen. Er tat dies
-
durch Vergleich der Körpermaße und
der Schuppenzahlen, die bei Echsen artspezifisch sind;
-
durch Vergleich der Blutproteine
mittels einer Elektrophorese. Dabei werden Blutproben von Geckos in ein
elektrisches Feld gebracht.
Ergebnis: Die
zentraltunesischen Geckos haben im Blutbild weder mit mauritanica
noch mit deserti besondere Übereinstimmungen. Damit ist
wahrscheinlich, dass es sich um eine neue, noch unbekannte Art handelt.