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In warmen Sommernächten zwischen Mitte Juni und Juli kann man ein interessantes Naturschauspiel beobachten. Winzige Lichter schwirren durch die Nacht. Es sind die Männchen des Glühwürmchens. Die kleinen Käfer tragen zwei Leuchtplatten auf der Unterseite ihres Hinterleibes und sind auf der Suche nach einem Weibchen. Glühwürmchen (Lamprohiza splendidula) gehören zur Familie der Leuchtkäfer. Die Weibchen haben nur Stummelflügel und können nicht fliegen. Ihr wurmförmiges Aussehen gab der Art den volkstümlichen Namen. Auch die Weibchen, die in der Vegetation sitzen, leuchten. Um die schwärmenden Männchen aufmerksam zu machen, erklettern sie Grashalme und krümmen ihren Hinterleib mit den Leuchtfeldern nach oben. Die 10 mm großen Männchen haben auffällige, lichtstarke Augen und fliegen sehr gut. Sie können das Lichtsignal eines Weibchens schnell ausmachen und punktgenau landen. Aus nächster Nähe erkennen sich Männchen und Weibchen am Geruch.
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Glühwürmchen blinken nicht, sondern senden ein Dauerlicht ab. Es ist ein grünlich glimmendes, „kaltes“ Licht, bei dem keine Wärme erzeugt wird. Sie produzieren den Leuchtstoff Luciferin, den sie aktiv mit Hilfe eines eigenen, besonderen Enzyms zum Leuchten bringen. Auf der Unterseite des Hinterleibs erkennt man weiße Bereiche. Dort ist der Käferpanzer durchlässig für Licht. Hinter diesen „Fenstern“ liegt die Zellschicht, die das Licht erzeugt. Eine weiße Schicht im Innern reflektiert wie ein Spiegel zudem das Licht nach außen. Darum kann man auch am Tage bei nicht leuchtenden Glühwürmchen die Leuchtflecken als helle Bereiche gut erkennen. Die Larve des Glühwürmchens ist sehr nützlich, denn sie jagt Schnecken verschiedener Arten und Größen. Sie vertilgt sogar Nacktschnecken, die von den meisten anderen Tieren verschmäht werden. Die Larve folgt bei der Jagd der frischen Schleimspur einer Schnecke und beißt dem überraschten Opfer in den Kopf oder Fühler. Dabei spritzt sie mit ihren dolchartigen Oberkiefern der Beute Gift ein. Sie kann notfalls auch mehrmals beißen, bis die Schnecke gelähmt ist. In einem Versteck frisst die Larve die Schnecke auf, wozu sie oft einen Tag benötigt. Denn die Beute ist meist größer als sie selbst. Die Entwicklung der Larven dauert 1-3 Jahre. Glühwürmchen leben überall dort an Wald- und Wegrändern, wo es viele Schnecken gibt. Als fertige Käfer leben sie nur einen kurzen Sommer lang und nehmen keine Nahrung mehr zu sich. Sie leben dann von ihrem Fettkörper. Glühwürmchen haben wenige Feinde, nur die fliegenden Männchen verfangen sich oft in Spinnennetzen. Helfried Wölkerling |