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Die meisten Paarhufer besitzen eine Form von „Kopfschmuck“. Das kann ein Geweih sein, ein Gehörn oder eine besonders auffallende Bezahnung. Ein Geweih tragen Mitglieder der Familie der Hirsche (Cervidae), ein Gehörn Mitglieder der Familie der Hornträger (Bovidae), zu der u.a. Rinder, Schafe, Ziegen und Antilopen gehören. Geweihe werden in der Regel nur von den männlichen Tieren ausgebildet, Hörner dagegen von beiden Geschlechtern. Geweihstangen bestehen aus Knochen. Nur während des Wachstums sind sie von Haut („Bast“) überzogen. Geweihstangen werden jedes Jahr abgeworfen und anschließend wieder neu gebildet. Hörner werden nicht abgeworfen, sondern wachsen zeitlebens. Sie bestehen aus einer äußeren Hornscheide, die einem inneren Knochenzapfen aufsitzt. |
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Weil ein Gehörn jedes Jahr ein Stück weiter wächst, kann man an ihm das Alter eines Tieres abschätzen. Anders beim Geweih: Dessen Größe und die Zahl der Geweihenden werden nicht allein vom Alter des Hirsches bestimmt, sondern hängen zu einem großen Teil von seiner körperlichen Verfassung ab. Ein Tier, das „gut im Futter“ steht, kann es sich „leisten“, Nährstoffe in den Aufbau eines großen Geweihes zu investieren. Findet es dagegen wenig zu fressen oder ist es andauerndem Stress durch Konkurrenten ausgesetzt, wirkt sich das negativ auf seine körperliche Verfassung und damit auch auf das Geweih-Wachstum aus. Doch warum bilden Hirsche überhaupt ein Geweih aus, dessen Aufbau sie so viele Nährstoffe kostet und das sie dann mit sich „herumschleppen“ müssen? Der Kopfschmuck bringt in erster Linie Vorteile im Zusammenleben mit Artgenossen. Hier ist er Blickfang, Imponierorgan, Instrument zum Kräftemessen und Markierungsorgan in einem. Als gut sichtbares optisches Signal stellt er die körperliche Verfassung und die soziale Stellung seines Trägers zur Schau. Im Kampf ist es weniger eine Waffe, die den Gegner verletzt, als ein Instrument, das dem gegenseitigen Kräftemessen dient. Der Bast eines Geweihes besitzt außerdem viele Duftdrüsen, deren Sekrete zum Markieren eingesetzt werden. An einem Geweih kann man längs verlaufende Rillen erkennen. Sie rühren von Blutgefäßen her, die einst zwischen Basthaut und Knochen verliefen und das wachsende Geweih versorgten. Die Oberfläche eines Hornes dagegen weist ringsum verlaufende Furchen auf, die im Laufe des Wachstums entstanden sind. Wie sich die unterschiedlichen Oberflächen und die verschiedenen Materialien – Knochen bzw. Horn – anfühlen, kann im Naturhistorischen Museum ausprobiert werden. Der Tipp des Monats beschäftigt sich aber nicht nur mit Geweih und
Gehörn, sondern auch mit anderen „Kopfauswüchsen“. Was sind z.B. die
„Hörner“ der Giraffen, das Nasen-Horn des Nashorns oder die Warzen des
Warzenschweins? Zu sehen ist der Tipp noch bis Ende November zu den
Öffnungszeiten des Museums Di-So 9-17 Uhr, Mi 9-19 Uhr. Isabell Ziekur |
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