Tipp des Monats im August 2002:
Der Feldhamster
- Klein aber mutig


Früher gehörten Feldhamster zu den häufigsten Kleinsäugern Deutschlands. Heute stehen sie auf der Roten Liste und gelten als stark gefährdet. Der Tipp des Monats im Naturhistorischen Museum informiert über den selten gewordenen Gast auf unseren Feldern.

Noch bis in die 70-er Jahre wurden Feldhamster als Plage betrachtet und intensiv bekämpft. Grund war ihr sprichwörtlicher Hang  zum „Hamstern“. Auch wenn Feldhamster in der Regel nur einige Kilogramm Nahrungsvorräte für den Winter sammeln, so gibt es doch Berichte, nach denen sie 20 bis 30 kg eingebracht haben sollen. Da lohnte es sich, mit Hacke und Schaufel loszuziehen und die kleinen Getreidesilos auszugraben, um die Körner als Hühnerfutter zu verwenden.

Aber auch das bunte Fell war sehr begehrt. Viele Tiere ließen ihr Leben, um als Mantelfutter zu enden. Ein Stück eines solchen Mantelfutters kann im Naturhistorischen Museum angeschaut und angefasst werden.

Doch warum haben Feldhamster ein so auffällige Färbung? Möglicherweise hat sie eine abschreckende und warnende Funktion. Hamster sind äußerst wehrhafte Tiere. Werden sie in die Enge getrieben, stellen sie sich auf die Hinterbeine und blasen die Backentaschen auf, um größer zu wirken.

Dazu rattern sie mit den Zähnen, zischen, knurren oder springen den Angreifer kreischend an. Wenn dies alles nicht hilft, werfen sie sich auf den Rücken. Dabei wirkt der schwarze Bauch zusammen mit den weißen Pfoten vielleicht ähnlich erschreckend wie das Maul eines Raubtieres. Wer dies einmal erlebt hat, wird Hamstern in Zukunft mit Respekt begegnen und bereits beim Anblick des bunten Fells gewarnt sein.

Nach jahrzehntelanger Verfolgung machen dem Hamster heute die zunehmende Bebauung ehemaliger Felder und die intensive Landwirtschaft das Leben schwer. Heute werden Felder mit modernen Maschinen schnell abgeerntet und sofort umgebrochen – Ernteabfälle für den Hamster bleiben da kaum übrig. Auch gibt es heute kaum noch ungenutzte Brachen, auf die Hamster auf der Suche nach Nahrung und Deckung ausweichen könnten. 


Isabell Ziekur

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