
Tipp des Monats im November 2004:
Ichthyosaurier
– Die perfekten Schwimmer aus dem Jurameer
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Die Ichthyosaurier
(Fischsaurier) sind eine Gruppe von Meeresreptilien, die von allen
wasserbewohnenden Echsen am besten an ein Leben im Wasser angepasst war. Sie
traten das erste Mal vor 245 Millionen Jahren in der frühen Triasperiode auf
und verschwanden vor etwa 90 Millionen Jahren in der mittleren Kreidezeit
wieder von der Erde. Der Tipp des Monats November im Naturhistorischen
Museum (Pockelsstraße 10) widmet sich anlässlich der Sonderausstellung
„Saurier aus Russland und Asien“ diesen beeindruckenden Herrschern des
Jurameeres. |
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Die Ichthyosaurier gleichen in ihrem Aussehen so sehr den Fischen, dass Forscher vor 200 Jahren gar nicht wussten, zu welcher Tierart die Überreste gehören könnten, die sie erstmals gefunden hatten. Dinosaurier waren zu dem Zeitpunkt noch völlig unbekannt. Später, als die ersten Dinosaurierskelette entdeckt worden waren, erkannten die Wissenschaftler aber an den Schädel- und Kieferknochen, dass es sich bei den „Riesenfischen“ um Reptilien handeln müsse. Die Lebensweise der Ichthyosaurier ähnelt der heutiger Wale und Delphine. So wie die Meeressäuger mussten die Ichthyosaurier als Reptilien an die Wasseroberfläche, um Luft zu atmen. Ihre Nahrung bestand vor allem aus Verwandten heutiger Tintenfische (Ammoniten, Belemniten) und Fischen. Diese haben sie mit dem zur langen Schnauze ausgezogenen und mit zahlreichen Zähnen bewehrten Maul ergriffen. Unverdaute Tentakelhäkchen von Belemniten in den Mägen zahlreicher Ichthyosaurier-Fossilien zeugen von ihrer letzten Mahlzeit. 2003 wurden erstmalig im Mageninhalt eines Ichthyosauriers Überreste von Jungschildkröten und Vögeln gefunden. Die Ichthyosaurier waren schnelle und wendige Schwimmer, ähnlich den heutigen Haifischen. Die Schwanzflosse war senkrecht orientiert, wobei die Schwanzwirbelsäule in die untere Hälfte der Flosse abknickte. Die Tiere bewegten sich vor allem durch rhythmisches Schlagen mit der Schwanzflosse vorwärts, während die zu Flossen ausgebildeten Gliedmaßen hauptsächlich der Steuerung dienten. Orientiert haben sich die Tiere vermutlich vor allem mit Hilfe der extrem großen Augen, die bei manchen Arten bis zu 23 cm groß werden konnten und durch einen Ring aus Knochenplatten stabilisiert wurden. Wie diese Meeresreptilien, die nicht mehr an Land gehen konnten, das Problem der Eiablage gelöst haben und was ein 12jähriges Mädchen mit den ersten Ichthyosaurier -Funden zu tun hat, verrät der Tipp des Monats im Naturhistorischen Museum.
Claudia Kamcke |