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‚Kuckuck’ - der Reviergesang des Männchens zur Reviermarkierung und zur Werbung um Weibchen ist normalerweise 2-silbig. Bei hoher Erregung kann der Ruf aber auch 3- oder mehrsilbig werden. Nähert sich ein Weibchen, wird beim Rufen die Bewegung von Kopfnicken und Schwanzstelzen immer stärker betont.
Kuckucke bauen kein Nest, bebrüten ihre Eier nicht und ziehen auch die Jungen nicht selbst auf. Sie sind auf Pflegeeltern angewiesen. Dabei haben sich Kuckucksweibchen auf die Wirtsvogelart spezialisiert, von der sie selbst aufgezogen wurden. Eine solche Spezialisierung erfordert enorme Anpassungen, denn die Vogelarten unterscheiden sich in Nistplätzen, Brut- und Nestlingszeiten und natürlich auch in der Futterwahl.
Um im richtigen Augenblick zur Stelle zu sein, kontrollieren die Kuckucksweibchen regelmäßig, wie weit der Nestbau der Wirtsvogelart vorangeschritten ist. Ein einmal entdecktes Nest wird mehrfach besucht. Wichtig ist, dass der Wirtsvogel selbst noch nicht mit dem Bebrüten des Geleges begonnen hat. Die Entwicklungsdauer des Kuckuckseies ist mit 12 Tagen besonders kurz. Bereits vor der Eiablage beginnt die Embryonalentwicklung im Körper des Weibchens. Dadurch wird gewährleistet, dass der Kuckuck als erster im Wirtsvogelnest schlüpft.
Die Eiablage dauert nur wenige Sekunden. Gelegentlich lenkt das Männchen die Wirtsvögel ab, da Kuckucke von vielen Singvögeln angegriffen werden. Das Kuckucksei ist im Verhältnis zur Körpergröße des Kuckucks auffallend klein und dickschalig. Die Färbung variiert sehr stark, denn das Ei muss dem der Wirtsvögel angepasst sein. Meist ist die Grundfarbe weißlich, gelblich oder grünlich bis braun mit einer variablen Fleckung. Nur Gartenrotschwanz, Heckenbraunelle und Braunkehlchen reagieren nicht empfindlich auf anders gefärbte Eier.
Bereits im Alter von 8-10 Stunden überkommt den blinden und nackten Jungkuckuck eine Unruhe. Diese Aktivität hält fast 5 Tage an. In dieser Zeit wirft der junge Kuckuck alles aus dem Nest, was sich neben ihm befindet. Der aus dem Nest zu befördernde Gegenstand wird mit den kleinen Flügelstummeln, die schräg nach oben gerichtet sind, in der tastempfindlichen Rückengrube festgehalten. Dann stemmt sich der Jungkuckuck am Nestrand hoch. Oben angekommen wirft er mit ruckartigen Stoßbewegungen Ei bzw. Junges über den Nestrand hinaus. ‚Ei zum Kuckuck!’ könnte man da nur sagen. Aber trotz des Größenunterschieds werden die Pflegeeltern nicht müde, den kleinen Schmarotzer großzuziehen. Und im nächsten Jahr würden sie es wieder tun.
Kirstin Kuczius
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