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Es ist schon ein merkwürdiges Bild, wenn ein Schwarm Möwen auf der Suche nach Nahrung einem pflügenden Traktor folgt. Eigentlich passt diese Situation gar nicht ins Binnenland. Denn Möwen, diese schnellen und eleganten Segler im Wind mit ihren langen, schmalen und spitz zulaufenden Flügeln sind doch typische Meeres- und Küstenbewohner. Weit gefehlt. Es handelt sich hier keinesfalls um verirrte Meeresvögel, sondern um Vertreter der Lachmöwe Larus ridibundus, der häufigsten Möwenart Mitteleuropas. Sie ist ein ausgesprochener Bewohner des Binnenlandes. Am Meer kommt sie nur an wenigen Stellen vor. |
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Im Binnenland gibt's aber mehr Landbewohner als Fische. Kein Problem für die Lachmöwe. Ihr Nahrungsspektrum ist sehr weit. Bodenbewohner, vor allem Regenwürmer und Engerlinge bilden den größten Nahrungsanteil. Daneben stehen noch Nacktschnecken, Insekten und deren Larven, manchmal Amphibien und selbst kleine Wirbeltiere, wie Mäuse und Maulwürfe auf dem Speiseplan. Selbst auf Müllhalden wird sie oft beobachtet. Eine Einschränkung in ihren Lebensweise hat die Lachmöwe aber doch. Zum Brüten benötigt sie Bodenfeind sichere, feste Unterlagen in oder am Wasser mit nicht zu hohem Pflanzenbewuchs. Solche Plätze sind im Lebensraum Binnenland relativ selten, sodass sich die Lachmöwen für das Brutgeschäft in großen Kolonien zusammenfinden. Jedes Bodennest hat dabei ein Nestrevier von etwa 1m Durchmesser. Im Röhricht von Seen und Teichen, auf kleinen Inseln, in Niedermooren, in Rieselfeldern, auf überfluteten Wiesen, auf Klärteichen oder auch auf Kiesbänken in Flüssen erkennt man eine Lachmöwenkolonie meist schon aus einiger Entfernung an den lauten Rufen und Schreien, die zu jeder Tageszeit ohne Pause zu hören sind. Gesellige Lebensweise erfordert eben Verständigung. Und diese erfolgt bei den Lachmöwen zum einen durch die Stimme, zum anderen durch ein umfangreiches Verhaltensrepertoire. In Braunschweig können wir Lachmöwen von weitem im Bereich der Rieselfelder und der Deponie Watenbüttel und auf dem Schapenbruchteich in Riddagshausen beobachten. Ganz aus der Nähe allerdings sind sie, ihre Eier und Jungen nur im Naturhistorischen Museum an der Pockelsstraße zu sehen. Gerhard Pohl |
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