Tipp des Monats im April 2004:
Lucy
- Noch Affe oder schon Mensch?




Australopithecus afarensis
     
 Rekonsruktion von Nina Kieser u. Wolfgang Schnaubelt

Seit Darwin vor 150 Jahren der Menschheit seine Evolutionstheorie und damit auch die Verwandtschaft zum Affen darlegte, hat sich viel getan in der Erforschung der Menschheitsgeschichte. Einem ganz besonderen Vertreter in unserer  Ahnengalerie widmet sich das Naturhistorische Museum in diesem Monat.

„Lucy“, so heißt das ca.1 m große Skelett eines weiblichen Australopithecus afarensis (ca.3,3 Mio. Jahre alt), dass 1974 in Äthiopien entdeckt wurde. Eine Sensation, denn mit 40% ist dies das vollständigste das je gefunden wurde, außerdem konnte mit Hilfe seiner endlich bewiesen werden, dass „Lucy“ und ihre Artgenossen die ersten unserer Vorfahren waren, die die Fähigkeit zum aufrechten Gang besaßen. Werkzeuge konnten sie wohl noch nicht herstellen, ebenso wenig verstanden sie das Feuer zu beherrschen. Anatomisch gesehen war „Lucy´s“ Hüft- und Beinstellung der des heutigen Menschen wesentlich ähnlicher als der eines Schimpansen, Schädel und Gehirngröße (400 g bei „Lucy“, 1300 g beim heutigen Mensch) waren hingegen noch recht affenartig, ebenso wie ihre langen Arme mit denen sie sich auch noch von Ast zu Ast schwingen konnte.

Ihren Körperbau wird man, zu mindestens teilweise, auch bestaunen können, denn das Naturhistorische Museum stellt im Rahmen des Tipps und der folgenden Evolutionsausstellung (ab 1. Juni) zwei Büsten der Rekonstrukteure Wolfgang Schnaubelt und Nina Kieser aus, die einen Australopithecus afarensis (Lucy´s Mann) und einen Homo erectus in lebensechter Qualität zeigen.

Der Tipp des Monats beschäftigt sich außerdem mit den Fragen welche Ursachen die Entwicklung vom Affenartigen zum Menschen hatte und wie man eine reiche Zahl an Erkenntnissen über unsere Ahnen mit Hilfe der Wissenschaft gewinnen konnte.

 

Konstanze Luckhardt

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