Tipp des Monats im Dezember 2002:
Das Mammut
- Der Riese des Eiszeitalters


Keines der vielen ausgestorbenen prähistorischen Tiere hat die Fantasie des Menschen so beflügelt wie das Mammut. Es ist das am besten untersuchte und bekannte Tier des Eiszeitalters. Bereits in der Antike wurden Schädelfunde von Mammuts gemacht. Man hielt sie für Schädel von einäugigen Riesen, den Zyklopen. Wie wir heute wissen war das vermeintliche Auge die Nasenhöhle. Als „Handsteine“ oder „Chiriten“ bezeichnete man die Lamellen zerfallener Mammutbackenzähne und zu Pulver zerstoßene Mammutknochen galten als Heilmittel.

Die ersten Versuche aus Knochen und Zähnen das Aussehen der Mammuts zu rekonstruieren, ergaben bizarre Gestalten. Erst durch die altsteinzeitlichen Höhlenmalereien erfuhren die Forscher, wie die Tiere wirklich ausgesehen hatten. Und als man im Dauerfrostboden Sibiriens sogar eingefrorene Mammutleichen fand, konnte man anhand des Mageninhalts auch feststellen, das die Tiere von Gräsern, Kräutern, Stauden und Blütenpflanzen gelebt haben.

 


Backenzahn eines Jungtieres getragen von einem Mammut aus Ton

In der Altsteinzeit wurden Mammuts von Neandertalern und unseren Vorfahren, den sogenannten modernen Menschen gejagt. Sie trieben die Tiere in Geländefallen und Fallgruben. Verwertet wurde das ganze Tier. Es lieferte Nahrung, Rohstoff für Kleidung, Werkzeuge, Waffen und zum Bau von Hütten und wurde sogar als Brennstoff verwendet.

Das Mammut wanderte während des Eiszeitalters vor etwa 250.000 Jahren aus Nordostasien nach Mitteleuropa ein. Sein Lebensraum war die baumlose Mammutsteppe. Warum es letztlich ausstarb ist noch nicht eindeutig geklärt. Die letzten Mammuts lebten als Zwergformen bis vor 3700 Jahren auf der Wrangel-Insel in der Ostsibirischen See. Also noch zur selben Zeit, zu der die Pyramiden erbaut wurden.

Zu den fossilen Resten der Eiszeitriesen, die auch in der Braunschweiger Region gefunden werden, gehören Knochen, Backen- und Stoßzähne. Wer mehr über die Mammuts wissen möchte, sollte sich den Tipp des Monats im Natushistorischen Museum an der Pockelsstraße anschauen.

 

Fritz J. Krüger

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