Ihren
Namen verdanken sie ihrem natürlichen Lebensraum, den Mangrovenwäldern. Die
Heimat der auch bei Aquarianern beliebten Tiere liegt in den Gezeitenzonen
tropischer und subtropischer Küsten, vor allem in Bereichen großer
Flussmündungen und dort, wo die Brandung durch Inseln oder Korallenriffe
gebremst wird. In solchen Brackwassergebieten wachsen häufig Mangrovenbäume,
die mit ihren Stelz- und Atemwurzeln an den ständigen Gezeitenwechsel und
den sauerstoffarmen Schlickboden dieses Lebensraumes angepasst sind.
Mangrovenkrabben können sowohl im Wasser als auch an Land atmen. Mit Hilfe von
Kiemen nehmen sie Sauerstoff aus dem Wasser auf. Mittels eines selbst erzeugten
Wasserstroms auf der Körperoberfläche funktioniert diese Atemmethode auch bei
kurzen Landgängen. Bleibt die Krabbe aber längere Zeit an Land, so kann sie bei
ausreichend hoher Luftfeuchte auch über spezielle dünne Stellen in ihrem Panzer
Atemluft aufnehmen.
Krabben sind
im Wasser und an Land gleichermaßen recht flink. Sie wechseln mitunter so
schnell den Aufenthaltsort, dass wir mit unseren Augen kaum folgen können.
Mangrovenkrabben sind zudem auch gute Kletterer. Dafür sorgen besondere Krallen
an den Beinen sowie winzige Borsten, die der Krabbe Halt selbst auf den
rutschigen Ästen und Wurzeln der Mangroven geben. Damit haben die Tiere die
Möglichkeit, sich vor Fressfeinden aus dem Wasser in Sicherheit zu bringen.
Wie Insekten
haben auch Krebstiere Komplexaugen, die bei den Krabben zusätzlich noch auf
Stielen sitzen und einzeln bewegt werden können. So hat das Tier nicht nur eine
komplette Rundumsicht, der gepanzerte Träger kann außerdem wie mit einem Sehrohr
aus dem Wasser schauen, ohne seine Deckung zu verlassen. Bei Kletterpartien im
felsigen Ufer können die Stielaugen zum Schutz seitlich eingeklappt werden.
Die nur wenige
Zentimeter großen Mangrovenkrabben verteidigen ihr Territorium aber auch
wirkungsvoll gegen Artgenossen und Artfremde. Mit ihren Scheren sind sie ein
ernstzunehmender Gegner. Verletzen sich Krabben gegenseitig beim Kampf um ein
Wohngebiet oder verlieren sie dabei sogar eines ihrer Beine, kann dies aber nach
und nach bei den regelmäßigen Häutungen wieder hergestellt werden.
Was Krabben von Garnelen,
englisch shrimps, unterscheidet, wieso diese in den Mangrovengebieten
Konkurrenten sind sowie mehr Wissenswertes über die Mangrovenkrabbe und ihren
Lebensraum, die Mangrovenwälder, erfahren Sie an der Tipp-Säule des
Naturhistorischen Museums. Im Aquarium können die Tiere mit etwas Geduld
natürlich auch beobachtet werden.
Martina Bünnige