|
Die Frösche produzieren nämlich in ihrer Haut ein giftiges Sekret, welches übel
schmeckt und die Schleimhäute reizt, so dass Fressfeinde die Frösche in Ruhe
lassen. Das Sekret hält gleichzeitig die Haut feucht und tötet Pilze und
Bakterien ab, die dort vorzügliche Lebensbedingungen vorfinden würden. Auch
unsere einheimischen Amphibien besitzen giftige Hautsekrete zum Schutz der Haut,
die jedoch für uns Menschen ungefährlich sind und nicht wie im Falle des
Feuersalamanders früher als „teuflisch gefährlich“ angesehen und mit „tödlicher
Wirkung“ verbunden wurden.
Es gibt einige extrem giftige Pfeilgiftfroscharten. Die der Gattung
Phyllobates, mit dem Spitzenreiter Phyllobates terribilis (lat. Der
„Furchterregende“), sind am giftigsten. Sie werden von den Cholo-Indianern des
Regenwaldes in Kolumbien noch heute zum Vergiften ihrer Jagdpfeile verwendet.
Die Frösche werden aufgespießt und über ein Feuer gehalten. Normalerweise
sondern sie nur wenige Mengen von dem Sekret ab, doch unter großem Stress wird
so viel Sekret abgegeben, dass es zum Vergiften von 50 Blasrohrpfeilen
ausreicht. Bei trockener Lagerung, sind solche Giftpfeile noch Jahrzehnte lang
wirksam. Das Gift von Phyllobates terribilis reicht aus, um 20.000 Mäuse
oder 10 Menschen zu töten.
Offensichtlich können Pfeilgiftfrösche ihr Gift nicht selbst produzieren, da in
Terrarien gehaltene Tiere ungiftig werden. So besteht auch keine Gefahr für die
Pfleger, die sich um die Pfeilgiftfrösche im Naturhistorischen Museum kümmern.
Wahrscheinlich nehmen die Frösche in ihrer natürlichen Umgebung das Gift mit der
Nahrung auf.
Aus der Haut verschiedener Pfeilgiftfroscharten
konnte man bis zu 400 verschiedene Gifte nachweisen, wie z.B. Batrachotoxin,
welches zu den giftigsten Naturstoffen zählt. Es ist 5.000 mal giftiger als
Zyankali. Einige Froschgifte, wie das Tetrachotoxin, findet man auch in anderen
Tieren, wie dem giftigen Kugelfisch. Die Gifte der Pfeilgiftfrösche sind auch
Genestand der pharmazeutischen Forschung. Möglicherweise können daraus
nebenwirkungsfreie Schmerzmittel hergestellt werden
Teresa Pieper |
|