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Ratten haben sich eng an den Menschen angeschlossen und sich in seinem Gefolge fast über die ganze Welt verbreitet. Das Zusammenleben ist nicht unproblematisch, denn Ratten sind Überträger vieler Krankheiten und gelten deshalb als Schädlinge, die bekämpft werden müssen. Die sog. „Kanalratten“ lassen sich jedoch kaum ausrotten und werden deshalb auch weiterhin unsere „ungeliebten Nachbarn“ bleiben. |
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Ratte ist nicht gleich Ratte. Bei uns in Mitteleuropa unterscheidet man Hausratten (Rattus rattus) und Wanderratten (Rattus norvegicus). Rattenbekämpfung gilt immer Wanderratten, denn Hausratten sind heute so selten geworden, dass sie bereits auf der Roten Liste stehen. Die beiden Arten sind einfach zu unterscheiden: Ist der Schwanz länger als der Körper, handelt es sich um eine Hausratte; ist er kürzer als der Körper, um eine Wanderratte. Hausratten leben eher kletternd in Bäumen oder auf Dächern und benutzen den langen Schwanz als Balancierhilfe. Wanderratten dagegen sind in erster Linie Erdbodenbewohner und haben sich unterirdische Räume wie z. B. Keller oder Abwasserkanäle erschlossen. Deshalb werden Hausratten auch „Dachratten“, Wanderratten dagegen „Kanalratten“ genannt. Anders als Hausratten sind Wanderratten weit verbreitet und häufig und trotzen allen Rattenbekämpfungsmaßnahmen. Wanderratten haben bestimmte Eigenschaften und Verhaltensweisen, die sie sehr durchsetzungsfähig machen. So sind sie z. B. nur wenig spezialisiert und deshalb sehr anpassungsfähig. Sie sind vielseitig in ihrer Fortbewegung und können laufen, klettern, graben, schwimmen und tauchen. Als Allesfresser sind sie nicht wählerisch in ihrer Ernährung. Sie sind in der Lage, sich in verschiedenen, ober- oder unterirdischen Lebensräumen anzusiedeln. Ihren Namen tragen sie zu Recht, denn sie sind ausgesprochen wanderfreudig und breiten sich schnell aus. Eine hohe Nachkommenzahl hilft, Verluste schnell auszugleichen und erhöht zudem die Wahrscheinlichkeit, dass durch Zufall rattengiftresistente Formen entstehen. Wanderratten leben meistens in Rudeln und lernen dort durch gegenseitiges Beobachten voneinander: Neue, erfolgversprechende Tätigkeiten werden nachgeahmt; Tätigkeiten, die sich negativ auf eine einzelne Ratte auswirken, werden von den anderen vermieden. Wanderratten sind neugierig und misstrauisch zugleich. Mit ihrer Neugier erschließen sie sich Neues, aufgrund ihres Misstrauens sind sie dabei aber so vorsichtig, dass das Risiko gering bleibt. Die Vorsicht allem Neuen gegenüber macht die Rattenbekämpfung so schwierig. Beobachten Wanderratten, dass ein Artgenosse beim Fressen stirbt, rühren die anderen Tiere den Köder nicht mehr an. Deshalb benutzt man Gifte, deren Wirkung erst nach einigen Tagen einsetzt. Zusätzlich werden oft unvergiftete Vorköder ausgebracht, um die Tiere an die neue Speise zu gewöhnen. Rattenbekämpfung bringt jedoch nur kurzfristig etwas. Ein halbes Jahr nach einer Vernichtung von 90 % der Tiere kann ein Volk seine alte Bestandsstärke wieder erreicht haben. Besser ist es deshalb, Rattenbefall vorbeugend zu verhindern. Dazu sollte man Abfälle niemals offen ablegen, Mülltonnen immer schließen, keine gekochten Speisereste oder Fleisch auf den Komposthaufen geben und Nahrungsreste nicht über die Toilette entsorgen.
Isabell Ziekur |
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