Vor über 300 Jahren wurde die
Japanische Riesenkrabbe zum ersten Mal vom Lemgoer Arzt und Naturforscher
Engelbert Kaempfer (1651-1716) erwähnt. Von 1690 bis 1692 bereiste und
erforschte er das damals nahezu unbekannte Japan. Nach ihm erhielt die Art
1836 ihren wissenschaftlichen Namen Macrocheira kaempferi. Wenige
Jahrzehnte später gelangte das ausgestellte Exemplar 1897/98 durch Kauf an
das Naturhistorische Museum.
Die Japanische Riesenkrabbe ist die
größte und schwerste lebende Krebsart.
Sie gehört wie die allseits bekannte Strandkrabbe, der Hummer oder auch die
Garnele zu den Zehnfußkrebsen (Decapoda). Namengebendes Merkmal
sind die 5 Laufbeinpaare, wobei die vorderen Laufbeine oft Scheren tragen.
Innerhalb der Zehnfußkrebse wird die Riesenkrabbe
zu den Dreieckskrabben oder auch Seespinnen (Majidae)
gezählt. Diese zeichnen sich durch einen dreieckigen Panzer und
spinnenartig lange Beine aus. Die Dreieckskrabben sind mit rund 800 Arten in
allen Weltmeeren verbreitet und auch in der Nord- und Ostsee zu finden. Dortige
Vertreter sind
allerdings erheblich kleiner als die Japanische Riesenseespinne, wie sie auch
häufig genannt wird.
Die Japanische Riesenkrabbe siedelt ausschließlich im
nördlichen Pazifik an der Küste Japans. Dort verbringt sie den Sommer in
Wassertiefen um die 300 m. Bei Anbruch der kalten Jahreszeit zieht es den
"Stelzenläufer" in flachere Bereiche, die um die 50 m tief sind. Dort gerät das
bis zu 20 kg schwere Krustentier auch in die Netze der Küstenfischer und landet
dann als wohlschmeckender Speisekrebs auf dem Fischmarkt.
Wenn auch ihre Größe auf den ersten Blick Furcht
einflößend wirkt, ist sie dennoch kein Tiefseemonster. Sie ist eine langsame,
sehr behäbige Krabbe und gar nicht in der Lage, über einen Menschen herzufallen,
wie es ja Tiefseemonstern gerne nachgesagt wird. Man sollte allerdings nicht
unvorsichtig ihren kräftigen Scheren zu Nahe kommen – so wie bei allen größeren
Krebsen.
Noch mehr Wissenswertes
über die Japanischen Riesenkrabbe, was sie gerne frisst, aber auch was Krebse
mit Insekten zu tun haben, erfahren Sie an der Tipp-Säule im Naturhistorischen
Museum.
Claudia Kamcke