Tipp des Monats im April 2005:
  Die Japanische Riesenkrabbe –
Monster aus der Tiefsee?

Wer schon einmal ins Naturhistorische Museum an der Pockelsstraße kommt, wird ihren Anblick nicht so schnell vergessen. Beim Betreten des Museums fällt sie sofort ins Auge. Obwohl sie schon seit Jahrzehnten wachend über der Museumskasse thront, entlockt sie immer noch bei Jung und Alt erstaunte „Ahs“ und „Ohs“. Die Rede ist von der Japanischen Riesenkrabbe. Sie ist der Tipp des Monats im April.

 

Vor über 300 Jahren wurde die Japanische Riesenkrabbe zum ersten Mal vom Lemgoer Arzt und Naturforscher Engelbert Kaempfer (1651-1716) erwähnt. Von 1690 bis 1692 bereiste und erforschte er das damals nahezu unbekannte Japan. Nach ihm erhielt die Art 1836 ihren wissenschaftlichen Namen Macrocheira kaempferi. Wenige Jahrzehnte später gelangte das ausgestellte Exemplar 1897/98 durch Kauf an das Naturhistorische Museum.

Die Japanische Riesenkrabbe ist die größte und schwerste lebende Krebsart. Sie gehört wie die allseits bekannte Strandkrabbe, der Hummer oder auch die Garnele zu den Zehnfußkrebsen (Decapoda). Namengebendes Merkmal sind die 5 Laufbeinpaare, wobei die vorderen Laufbeine oft Scheren tragen. Innerhalb der Zehnfußkrebse wird die Riesenkrabbe zu den Dreieckskrabben oder auch Seespinnen (Majidae) gezählt. Diese zeichnen sich durch einen dreieckigen Panzer und spinnenartig lange Beine aus. Die Dreieckskrabben sind mit rund 800 Arten in allen Weltmeeren verbreitet und auch in der Nord- und Ostsee zu finden. Dortige Vertreter sind allerdings erheblich kleiner als die Japanische Riesenseespinne, wie sie auch häufig genannt wird.

Die Japanische Riesenkrabbe siedelt ausschließlich im nördlichen Pazifik an der Küste Japans. Dort verbringt sie den Sommer in Wassertiefen um die 300 m. Bei Anbruch der kalten Jahreszeit zieht es den "Stelzenläufer" in flachere Bereiche, die um die 50 m tief sind. Dort gerät das bis zu 20 kg schwere Krustentier auch in die Netze der Küstenfischer und landet dann als wohlschmeckender Speisekrebs auf dem Fischmarkt.

Wenn auch ihre Größe auf den ersten Blick Furcht einflößend wirkt, ist sie dennoch kein Tiefseemonster. Sie ist eine langsame, sehr behäbige Krabbe und gar nicht in der Lage, über einen Menschen herzufallen, wie es ja Tiefseemonstern gerne nachgesagt wird. Man sollte allerdings nicht unvorsichtig ihren kräftigen Scheren zu Nahe kommen – so wie bei allen größeren Krebsen.

Noch mehr Wissenswertes über die Japanischen Riesenkrabbe, was sie gerne frisst, aber auch was Krebse mit Insekten zu tun haben, erfahren Sie an der Tipp-Säule im Naturhistorischen Museum.

Claudia Kamcke

 

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