Tipp des Monats im Juni 2004:
Sandrasselottern - Die gefährlichsten aller Giftschlangen
 

Sandrasselottern sind in warm-trockenen Landschaften von Marokko und Senegal bis Kenia und Sri Lanka verbreitet. In diesem riesigen Gebiet verursachen sie die meisten tödlichen Schlangenbisse.
Ihr Gift stört die Blutgerinnung und führt zu unkontrollierbaren inneren Blutungen. Die kleinen und unscheinbaren Schlangen sind stellenweise häufig. Fühlen sie sich bedroht, warnen sie zunächst durch ein rasselndes  Geräusch,  das sie durch  Aneinanderreihen ihrer Schuppen erzeugen. Tritt jedoch ein Bauer bei der Feldarbeit auf eine solche Otter, so beißt sie sofort zu.

 

 

 

 

 

 

Gefährlich: eine Sandrasselotter

Spezielles Antiserum

Die Behandlung dieser Schlangenbisse ist nur mit einem spezifischen Antiserum erfolgreich. Man musste jedoch feststellen, dass etwa indisches Antiserum bei in Afrika gebissenen Patienten keine Wirkung zeigte. Offenbar gibt es zahlreiche verschiedene Arten von Sandrasselottern, die sich äußerlich ähneln, aber unterschiedliche Gifte besitzen. Wie viele Arten es genau gibt und wo sieverbreitet sind, wird am Naturhistorischen Museum erforscht. Direktor Ulrich Joger sammelt seit Jahren diese Schlangen in Afrika und Asien. Im vergangenen Jahr brachte er eine Sandrasselotter aus Tunesien mit. Sie ist jetzt der Mittelpunkt der kleinen Ausstellung „Tipp des Monats Juni".
Eine Fallstudie zeigt, wie gefährlich der Biss dieser Schlange ist. In Tunesien hergestelltes Antiserum wirkt
gegen ihren Biss nicht.

Tiere imitieren Tiere

Mit ausgestellt ist eine kleine Eierschlange aus Afrika. Diese harmlosen Tiere imitieren die tödlichen Sandrasselottem in Färbung und Warnverhalten. Sie stehlen Eier bodenbrütender Vögel. Werden sie beim Diebstahl von den Vogeleltem erwischt, rasseln sie wie die Giftschlangen. Dies dürfte manchen Vogel abschrecken.

Ulrich Joger

 

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