Tipp des Monats im Dezember 2004:
  Dinosaurierspuren –
 Was sie uns heute verraten


Sie haben Spuren hinterlassen, nicht nur in unserer Fantasie, in Filmen und in der Literatur, sondern fossile Trittsiegel, zu ihren Lebzeiten. In feuchten Sandböden oder beim Durchwaten von Flüssen auf ihren Wanderungen am Ufersaum von Binnenseen und Meeren. Unsere heute so selbstverständlichen Kenntnisse von Dinosauriern verdanken wir ihren Körper- und Spurenfossilien.

Aus den Spuren lassen sich wichtige Informationen gewinnen. Durch Vermessen und Berechnungen kann die Größe und Laufgeschwindigkeit ermittelt werden, ob der Dinosaurier gegangen oder getrabt ist. Wanderbewegungen lassen sich erkennen, soziales Verhalten und Jäger-Beute-Beziehungen.


Foto: Oliver Wings

Zurzeit sind etwa 300 Dinosaurier-Gattungen bekannt. Die Hälfte davon wurde in den letzten 20 Jahren identifiziert. Auf allen Kontinenten werden sie von „Dino-Jägern“, den Paläontologen aufgespürt. Stets gibt es Meldungen in der Presse über neue Funde, wie Mitte des Jahres neuerlichen Entdeckungen von Iguanodon-Spuren in Münchehagen, in der Nähe des Steinhuder-Meeres. Die Dinosaurier lebten im Erdmittelalter in einem Zeitraum von etwa 180 Millionen Jahren. Sie waren die erfolgreichste Tiergruppe mit den größten Landtieren, die unsere Erde je besiedelten.

In Niedersachsen gibt es einige inzwischen berühmte Fundstellen von Dinosaurier-Fährten. Die ältesten wurden in Barkhausen bei Bad Essen in einem Steinbruch gefunden. Sie stammen aus dem Ober-Jura und sind etwa 140 Millionen Jahre alt. Dreizehige, 63 cm lange Fußabdrücke werden Megalosaurus zugeschrieben, dem größten aus Deutschland bekannten Raub-Dinosaurier. Seine Spuren folgen der Fährte von Sauropoden und Carnosaurus, riesigen Pflanzenfressern.

Der größte in Deutschland nachgewiesene Dinosaurier gehört zur Verwandtschaft von Apatosaurus. Die Spuren dieses 20m langen und bis zu 30 Tonnen schweren Giganten wurden 1979 in einem Steinbruch in Münchehagen bei Rehburg-Loccum, gefunden. Am Ort der Spuren wurde eine große Schutzhalle und ein Dino-Park gebaut. Lebensgroße Modelle geben einen Einblick  in die Welt vor 120 Millionen Jahren, als die Spuren entstanden sind.

Ebenfalls aus der Unter-Kreidezeit stammen dreizehige Trittsiegel von Iguanodon, harmlose Pflanzenfresser, die bei Bückburg und Obernkirchen lebten und zahlreiche Spuren hinterließen. Da der dortige Sandstein zum Bau von Hausfassaden benutzt wird, konnten ihre Trittsiegel an Hausverkleidungen in Hannover nachgewiesen werden.

Wie Dinosaurier-Spuren entstanden sind und weitere wissenswerte Details zeigt der Tipp des Monats Dezember im Naturhistorischen Museum an der Pockelsstraße. Dazu natürlich die echten Trittsiegel im Fossilien-Saal des Museums.


Fritz J. Krüger

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