
Tipp des Monats im Oktober 2004:
Schwämme
– Neue Heilmittel aus der "Blauen Apotheke"
|
Die Schwämme stellen die ursprünglichsten vielzelligen Organismen dar. Die ältesten Belege Ihrer Existenz stammen aus dem Präkambrium vor rund 600 Mio. Jahren. Bekannt sind etwa 7.500 lebende Vertreter, die im Tierstamm Porifera, was so viel wie „Poren tragend“ bedeutet, zusammengefasst werden. Heute sind Schwämme in allen von Wasser beherrschten Lebensräumen verbreitet, von marinen Seichtwassergebieten bis in die tiefsten Ozeangräben, sowie im Süßwasser aller Kontinente außer der Antarktis. Eine fast unüberschaubare Anzahl von Erscheinungsformen zeichnet diese Gruppe aus. So können Schwämme als dünne Krusten ausgebildet sein oder über eine schlauch-, becher- oder trichterförmige Gestalt zu einer beachtlichen Größe heranwachsen. Baum-, geweih- und strauchartige Formen sind ebenso keine Seltenheit. Neben der Gestaltsvielfalt sind die kräftigen Farben – rot, gelb, orange, weiß oder seltener blau – der Schwämme auffallend. Schwämme sind aber auch Lebensräume für andere Organismen. In ihren Hohlräumen leben einige Tiergruppen, wie zum Beispiel Schlangen-, Haarsterne und Borstenwürmer. Fast immer sind Schwämme von Bakterien und einzelligen Organismen besiedelt. Mehr über Schwämme, den
weiten Weg vom Schwamm zum Medikament sowie Probleme die sich dabei ergeben,
erfahren sie an der Tipp-Säule im Naturhistorischen Museum. Claudia Kamke |