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Nach kurzfristiger
Erholung des Bestands führten dann zwei schwere Staupe-Epidemien erneut
zu drastischem Rückgang der Seehundzahlen. Heute
leben über14.000 Seehunde an der niederländischen, deutschen und
dänischen Nordseeküste.
Seehunde gehören zu den Hundsrobben und sind ausdauernde Schwimmer und
Taucher. Ihr Körper mit seiner Stromlinienform und den kurzen,
kräftigen Flossen ist bestens dafür geeignet. Auch ihre Augen sind auf
die Lichtbrechung im Wasser eingestellt, und mit Hilfe ihrer Barthaare
könne sie sogar bei schlechter Sicht Beute machen. Erwachsene Tiere
fressen pro Tag bis zu 5 kg Fisch. Sie jagen bei Flut nach Plattfischen
wie Schollen und Flundern, Jungtiere bevorzugen Garnelen und kleinere
Fische.
Seehunde sind durch ihre Körpermasse mit dicker Speckschicht – dem
Blubber – gegen die Auskühlung im Wasser bestens geschützt. An Land,
zumal im Sommer, droht ihnen eher die gefährliche Überhitzung. Aber
Robben verfügen über sogenannte Thermofenster. Dies sind Hautstellen,
die durch stärkere Durchblutung über der isolierenden Speckschicht mehr
Wärme an die Umgebung abgeben können. Dass die Durchblutung nicht
gleichmäßig gesteigert wird, hat seinen Grund: Bei örtlich besonders
erhöhter Temperatur funktioniert das auf dem Fell verdunstende Wasser
zusätzlich als Kühlmittel.
Im Gegensatz zu anderen Meeressäugetieren wie Walen verbringen Robben
nicht das ganze Jahr im Meer. Die Jungen werden zwischen April und Juli
auf abgelegenen Sandbänken geboren. Die Jungen können zwar sofort nach
der Geburt schwimmen, werden aber an Land gesäugt und liegen oft alleine
auf dem Strand, während die Mutter auf Fischzug geht. Auch die Alttiere
brauchen eine Ruhepause an Land. Vor allem durch die Wärme und das
UV-Licht wird das Wachstum des Haarkleides angeregt und so der der
anstrengende Fellwechsel erleichtert.
Im Diorama des Naturhistorischen Museums ist das Jungtier in der
sicheren Nähe seiner Mutter. Was es bedeuten kann und was zu tun ist,
wenn man ein Seehundbaby allein am Strand findet, was ein Heuler ist und
welche anderen Meeressäuger es an unseren Küsten gibt, darüber
informiert der Tipp des Monats im Naturhistorischen Museum.
Martina Bünnige |