Tipp des Monats im März 2005:
  Solitärbienen –
Einsam statt gemeinsam

Die bekannte Honigbiene ist nur eine der rund 500 in Deutschland vorkommenden Bienenarten. Entgegen der landläufigen Meinung, wonach alle Bienen Staaten bilden, leben die meisten von ihnen allein (solitär). Die Weibchen dieser solitären Arten bauen ihre Nester allein und versorgen die Brut ohne Mithilfe von Artgenossinnen. Deshalb bezeichnet man sie auch als Einsiedlerbienen oder Solitärbienen.
Im Naturhistorischen Museum sind sie der Tipp für den Monat März.

 

Die Solitärbienen bauen, ihre Nester an sehr unterschiedlichen Orten, wie zum Beispiel in Totholz, in Lößwänden, oder einfach nur in der Erde. Dort entstehen dann zum Teil kunstvolle Nester, wobei die ursprünglichsten Formen noch Erde als Baumaterial benutzen, und die höher entwickelten verschiedene Pflanzenstoffe verwenden.

Die Weibchen suchen nach der Begattung im Frühjahr geeignete Nistplätze und beginnen Nester für ihre Brut zu bauen. Ein Nest besteht aus nur wenigen Brutzellen. In jede Brutzelle kommt zu dem Ei ein Pollenvorrat, als Nahrung für die später schlüpfenden Larven. Sind alle Brutzellen belegt wird das Eingangsloch mit einer dicken Wand aus Erde, Lehm oder Blättern verschlossen.

Die unter Naturschutz stehenden Solitärbienen sind in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Seit mehr als 30 Jahren führt die immer intensivere Landnutzung zum Verlust ihrer natürlichen Nistgelegenheiten und Nahrungspflanzen. Hauptursachen des Rückgangs und der Gefährdung sind die Umgestaltung der Landschaft durch Flurbereinigungen sowie die immer stärker nach industriellen Maßstäben produzierende Landwirtschaft. Auch der Straßenbau, die Ausweitung von Siedlungen und die einförmige Bepflanzung von Grünanlagen und Ziergärten tragen zum Rückgang der Solitärbienen bei.

Doch die Solitärbienen sind für unseren Naturhaushalt unverzichtbar. Durch die Bestäubung von Obstbäumen profitiert auch der Mensch von ihnen. In der Natur bestäuben die Solitärbienen auch kleine verstreut wachsende Wildpflanzen, die wegen ihren geringen Pollen- und Nektaranteilen von den Honigbienen nicht besucht werden. Damit tragen die Solitärbienen wesentlich zum Erhalt und zur Vielfalt unserer Wildpflanzen bei.

Mehr Wissenswertes über die Solitärbiene und wie man mit ganz einfachen Mitteln auch im eigenen Garten zum Überleben dieser Wildbienen beitragen kann, erfahren Sie an der Tippsäule im Naturhistorischen Museum an der Pockelsstraße.

Simon Steffens

 

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