Die Solitärbienen bauen,
ihre Nester an sehr unterschiedlichen Orten, wie zum Beispiel in Totholz, in
Lößwänden, oder einfach nur in der Erde. Dort entstehen dann zum Teil
kunstvolle Nester, wobei die ursprünglichsten Formen noch Erde als
Baumaterial benutzen, und die höher entwickelten verschiedene Pflanzenstoffe
verwenden.
Die Weibchen suchen nach
der Begattung im Frühjahr geeignete Nistplätze und beginnen Nester für ihre
Brut zu bauen. Ein Nest besteht aus nur wenigen Brutzellen. In jede
Brutzelle kommt zu dem Ei ein Pollenvorrat, als Nahrung für die später
schlüpfenden Larven. Sind alle Brutzellen belegt wird das Eingangsloch mit
einer dicken Wand aus Erde, Lehm oder Blättern verschlossen.
Die unter Naturschutz stehenden Solitärbienen sind in
den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Seit mehr als 30 Jahren führt
die immer intensivere Landnutzung zum Verlust ihrer natürlichen
Nistgelegenheiten und Nahrungspflanzen. Hauptursachen des Rückgangs und der
Gefährdung sind die Umgestaltung der Landschaft durch Flurbereinigungen
sowie die immer stärker nach industriellen Maßstäben produzierende
Landwirtschaft. Auch der Straßenbau, die Ausweitung von Siedlungen und die
einförmige Bepflanzung von Grünanlagen und Ziergärten tragen zum Rückgang
der Solitärbienen bei.
Doch die Solitärbienen
sind für unseren Naturhaushalt unverzichtbar. Durch die Bestäubung von
Obstbäumen profitiert auch der Mensch von ihnen. In der Natur bestäuben die
Solitärbienen auch kleine verstreut wachsende Wildpflanzen, die wegen ihren
geringen Pollen- und Nektaranteilen von den Honigbienen nicht besucht
werden. Damit tragen die Solitärbienen wesentlich zum Erhalt und zur
Vielfalt unserer Wildpflanzen bei.
Mehr Wissenswertes
über die Solitärbiene und wie man mit ganz einfachen Mitteln auch im eigenen
Garten zum Überleben dieser Wildbienen beitragen kann, erfahren Sie an der
Tippsäule im Naturhistorischen Museum an der Pockelsstraße.
Simon
Steffens