
| | Tipp des Monats Februar Zum Archiv |
![]() | Farbenfrohe Drachen - Chamäleons Die Anfang Dezember im Naturhistorischen Museum geschlüpften Jemen-Chamäleons entwickeln sich prächtig. Sie haben die ersten Lebenstage gut überstanden und wachsen dank ihres großen Appetites schnell heran. Mehr über das geheime Liebesleben ihrer Eltern und den Schlupf der Jungen erfahren sie im neuen „Tipp des Monats“ im Naturhistorischen Museum, Pockelsstraße. |
Die jungen Chamäleons wechseln Ihre Körperfarbe ähnlich wie es auch die erwachsenen Tiere tun, doch erreichen sie dabei noch nicht das Farbenspektrum und die Farbbrillianz ihrer Eltern. Die Körperfarbe der Jungtiere wechselt zwischen Braun- und Grüntönen. Dies ist für die noch kleinen und nicht sehr wehrhaften Tiere nur von Vorteil, da sie so in freier Wildbahn weniger leicht von Feinden zu entdecken sind. Anders verhält es sich mit den erwachsenen Chamäleons. Sie können sehr kräftige leuchtende Farben tragen. Doch dient ihr Farbwechsel nicht wie lange geglaubt ausschließlich der Tarnung. Ein Tier wird beispielsweise nicht, setzt man es vor eine orange Wand, eben diese Farbe annehmen um sich zu tarnen. Es wird sich vermutlich aus Ärger oder Unmut geradezu sprichwörtlich „schwarz ärgern“. Chamäleons können nur sehr schlecht hören, dafür aber umso besser sehen. So hat sich bei ihnen eine Farbsprache entwickelt, mit der sich die Tiere verständigen. Ein Männchen trägt beispielsweise leuchtende, kräftige Farben, um mit einem Weibchen zu flirten. Trifft es auf ein anderes Männchen, versuchen sie einander mit leuchtenden Farben zu imponieren. Sind die Fronten geklärt, so entfernt sich das unterlegene Männchen in braun-schwarze Töne gehüllt.Das Farbenspektrum ist bei den heute bekannten ca. 170 Arten ganz unterschiedlich. Entstanden sind die Chamäleons vor ca. 100 Mio. Jahren. Sie besiedelten den afrikanischen Raum und sind vor etwa 26 Mio. Jahren sogar bis in unsere Breiten vorgedrungen. In Europa findet man heute nur noch zwei Chamäleon-Arten. Das Europäische Chamäleon (Chamaeleo chamaeleon) lebt an den Küsten Spaniens und Portugals, auf Sizilien, Malta und Kreta. Das in verschiedenen Gebieten Afrikas beheimatete Afrikanische Chamäleon (Chamaeleo africanus) ist mit nur wenigen Individuen auch in Griechenland zu finden. Beide Arten sind in Europa aufgrund der fortschreitenden Zerstörung ihres Lebensraumes durch den Menschen in ihrem Bestand bedroht. Den jungen Chamäleons im Naturhistorischen Museum droht dagegen keine Gefahr. Sie werden gepflegt und gut gefüttert. Als Nahrung dienen den Jungtieren kleine Fliegen und mit Glück können Sie selbst Zeuge einer der spektakulärsten Jagdtechniken im Tierreich werden. Aber mehr dazu im Naturhistorischen Museum. Verena Traxel | |