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| Marienkäfer – auffällig gefärbt und sehr nützlich Jeder kennt die beiden auffälligen und gern gesehenen Marienkäfer-Arten, den Zweipunkt und den Siebenpunkt. Der Siebenpunkt wurde 2006 zum „Insekt des Jahres“ gewählt. | |
| Siebenpunkte (Coccinella septempunctata) haben in Deutschland nur eine Generation im Jahr. Oft in großer Anzahl überwintern die Käfer an geschützten Stellen. Im April verlassen sie das Winterlager und paaren sich. Jedes Weibchen legt im Mai bis zu 800 Eier auf Blätter in der Nähe von Blattlauskolonien. Im Juni bis Juli entwickeln sich die Larven. Jede Larve braucht 600 bis 800 Blattläuse für ihre Entwicklung. Die Larven sind daher noch nützlicher als die Käfer. Ende Juli verpuppen sich die Lar-ven, Ende August schlüpfen die fertigen Käfer, die nach einem Reifungsfraß im Oktober das Winterlager aufsuchen. Marienkäfer gelten zu recht als sehr nützlich. Die Käfer und ihre Larven ernähren sich von tierischen Schädlingen wie Blattläusen, Schildläusen und Spinnmilben. Der 3 mm kleine, gelb gefärbte Zweiundzwanzigpunkt (Psyllobora vigintiduopunctata) frisst dagegen Mehltau-Pilze, die an Kulturpflanzen große Schäden anrichten. Es gibt etwa 78 verschiedene Marienkäfer-Arten in Deutschland. Viele Arten haben auffällig glänzende, rot oder gelb gefärbte Flügeldecken und sind kontrastreich gezeichnet. Einige Arten sind aber auch einfarbig braun oder schwarz gefärbt und haben behaarte Flügeldecken. Färbung und Muster auf den Flügeldecken können sehr variabel sein. So kommen beim häufigen Zehnpunkt (Adalia decempunctata) über 100 Färbungs- und Mustervarianten vor. Auch vom Zweipunkt (Adalia bipunctata) gibt es genetisch festgelegt eine rote und eine schwarze Farbform. Man findet Marienkäfer nicht nur in Gärten, auf Wiesen und Feldern, sondern auch im Wald auf Bäumen und an Gewässern auf Ufervegetation. Zu den „Zwergen“ gehört der nur 1 mm kleine, schwarze Spinnmilben-Marienkäfer (Stethorus punctillum), der sich von winzigen, aber sehr schädlichen Spinnmilben ernährt. Dagegen jagt der „Riese“ unter unseren Marienkäfern, der 9 mm große Augen-Marienkäfer (Anatis ocellata), Rindenläuse auf Laub- und Nadelbäumen. Der aus Australien stammende Marienkäfer Rodolia cardinalis wurde 1888 in Kalifornien zur Bekämpfung der eingeschleppten Orangen-Schildlaus erfolgreich eingesetzt, die die dortigen Citrus-Kulturen zu vernichten drohte. Das war der Beginn der biologischen Schädlingsbekämpfung. Heute wird überall in Gewächshäusern der Australische Marienkäfer (Cryptolaemus montrouzieri) zur biologischen Schädlingsbekämpfung von Schildläusen eingesetzt, was Pestizide erspart und die Umwelt schont. Mehr Wissenswertes und Interessantes über Marienkäfer kann man im Staatlichen Naturhistorischen Museum in Braunschweig beim „Tipp des Monats“ entdecken. Dipl.-Biol. Helfried Wölkerling | |