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![]() Unterwegs mit einem drei Meter langen Schneidezahn | Einhorn der Meere – der Narwal Narwale sind bekannt für ihren hornartigen Schneidezahn, der jahrhundertelang für das Horn des fabelhaften Einhorns gehalten wurde. Mehr über die wahrhaftigen Einhörner erfahren Besucher in dem neuen „Tipp des Monats“ im Naturhistorischen Museum, Pockelstraße. |
Narwale gehören zusammen mit dem Weißwal oder Beluga in die Familie der Gründelwale. Sie werden über 6 Meter lang, bis zu 1800 Kilogramm schwer und leben nur in der Nähe des Packeises, nördlich des 70. Breitegrades. Narwale sind auf der Oberseite braun-grau gesprenkelt, auf der Unterseite weiß und bleichen im Alter aus, so daß man sie leicht mit Belugas verwechseln kann. Nur die Männchen der Narwale tragen das sagenumwobene Horn, bei dem es sich eigentlich um einen lang ausgewachsenen Schneidezahn handelt. Narwale leben in Trupps von bis zu 25 Tieren. Sie schließen sich im Herbst zu großen Gruppen zusammen, um mit dem Packeis Richtung Süden zu wandern. Sie werden ungefähr 25 Jahre alt und ernähren sich überwiegend von Tintenfischen, Platt- und Bodenfischen. Bei der Nahrungssuche tauchen sie bis zu 20 Minuten lang, bei Wanderungen schwimmen sie schnell und nahe der Oberfläche, wo sie bei guter Witterung auch ruhen; das tun sie bei stürmischem Wetter sonst in der Tiefe. Die Männchen bekämpfen sich häufig, um die Rangordnung in der Gruppe festzulegen. Narwale besitzen zwei Zähne im Oberkiefer, von denen normalerweise der linke durch die Oberlippe lang auswächst und das so genannte Horn bildet. Es kann bis zu 3 Meter lang und 10 Kilo schwer werden. Nur in seltenen Fällen, etwa bei jedem 500. männlichen Narwal, brechen die Zähne durch, so daß dieses Tier dann zwei Hörner besitzt. Auch bilden circa 3 Prozent der weiblichen Tiere ein Horn, das aber nicht mehr als 1,20 Meter lang wird. Bisher wurde erst ein Weibchen mit zwei Hörnern gesichtet. Wie das Geweih des Hirsches ist auch das Horn des Narwals ein sekundäres Geschlechtsmerkmal und dient dem Imponierenverhalten und dem Zeigen von Dominanz. Die Narwalmännchen bekämpfen sich mit den Hörnern untereinander heftig, so daß ihre Köpfe oft Verletzungen und Narben davon tragen. Bis in das 17. Jahrhundert hinein hielt man den Stoßzahn des Narwals für das Horn des fabelhaften Einhorns. Pulverisiert und eingenommen schrieb man ihm heilende Wirkung bei allerlei Krankheiten und die Fähigkeit zu Gifte in Speisen und Getränken aufzuspüren. Max Benatar | |