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![]() Schwarzstörche in einem Diorama des Staatlichen Naturhistorischen Museums | Der Schwarzstorch - Ein heimlicher Bewohner unserer Wälder Jetzt ist es wieder so weit, die Schwarzstörche kehren aus ihren Überwinterungsgebieten zurück. Mitte September hatten sie sich zur Überwinterung auf den Weg nach Afrika gemacht. Dabei folgten auf ihrem Zug gen Süden nicht alle Vögel einer Route. Ein Teil der Tiere zog nach Westen um das Mittelmeer an der Meerenge von Gibraltar zu überqueren und dann weiter in die Nigerfeuchtgebiete und an die Ufer des Senegal und des Gambia zu gelangen. Der andere Teil der Tiere wählte zur Überquerung des Mittelmeeres eine östliche Route. Sie flogen über den Bosporus, den Sinai und das Tal des Nils nach Ostafrika. So legten sie auf ihrem Weg ins Überwinterungsgebiet insgesamt ca. 5.000 Kilometer zurück. Die Grenze zwischen Ost- und Westziehern verläuft in Deutschland in etwa entlang der Elbe. In diesen Gebieten kann es vorkommen, dass innerhalb einer Familie Geschwister oder Paare unterschiedliche Wanderrouten wählen. | |
Nur einem strengen Schutz ist es zu verdanken, dass wir den Schwarzstorch heute wieder als Brutvogel bei uns finden können. Einst wurde der Schwarzstorch als Begleiter oder Bote des Gottes Odin verehrt, worauf noch heute der im Schwedischen verwendete volkstümliche Name Odensvala, „Schwalbe des Odin“ hinweist. Als negatives Pendant zum Weißstorch, der dem Volksglauben nach die Kinder bringt, verlor der Schwarzstorch im Zuge der Christianisierung an Sympathien in der Bevölkerung. Im 17. Jahrhundert sah man im Schwarzstorch zudem einen Nahrungskonkurrenten der Fischer und den Angler. Es setzte eine starke Verfolgung ein und der Schwarzstorch wurde immer seltener. Dank eines europaweiten Schutzes brüteten im Jahr 2006 nach Angaben der Niedersächsischen Vogelschutzwarte im NLWKN wieder 41 Brutpaare des scheuen Vogels in Niedersachsen. Der Schwarzstorch braucht große, ungestörte Laub- und Mischwälder mit alten Bäumen auf denen er seinen Horst, ein besonders großes aus vielen Stöcken und Zweigen gebautes Nest, errichten kann. Er ist sehr scheu und lebt zurückgezogen. Bei häufiger Störung kann es sogar passieren, dass er sein Nest mit den Eiern verläßt. Damit er für sich und seinen Nachwuchs genug Nahrung finden kann, braucht er in der weiteren Umgebung seines Nestes Gewässer, wie Tümpel, Teiche oder Bäche. Auf Grund seiner heimlichen Lebensweise kommt der Mensch nur selten in den Genuß sein Schnabelklappern und andere Lautäußerungen zu hören. Möchten Sie den Lautäußerungen und der Lebensweise dieses wunderschönen und des scheuen Bewohners unserer Wälder nachspüren, so besuchen sie den Tipp des Monats im Staatl. Naturhistorischen Museum. Verena Traxel | ||