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![]() Diademseeigel im Aquarium des Staatlichen Naturhistorischen Museums. | Seeigel – Eine stachelige Angelegenheit Jeder, der schon einmal einen Badeurlaub am Meer verbracht hat, wird die stachligen Meeresbewohner mehr oder weniger schmerzhaft spätestens dann kennen gelernt haben, wenn er in die leicht brechenden Stacheln gegriffen oder getreten hat. Einen besonders langstacheligen Diademseeigel beherbergt das Naturhistorische Museum in seinem tropischen Riff-Aquarium. |
Die Welt der Seeigel ist genauso faszinierend wie geheimnisvoll. Schon allein die Fortbewegung auf dem Kopf ist im Tierreich einzigartig. Gleiches Verhalten zeigen nur noch die Seesterne, die ebenfalls zu den Stachelhäutern, wissenschaftlich als Echinodermata bezeichnet, gehören. Die etwa 1000 heute lebenden Seeigelarten bewohnen alle Ozeane von der Küstenzone bis in die Tiefsee. Typisch für alle Stachelhäuter ist ihre fünfstrahlige Symmetrie, die man besonders gut an den 5 Armen eines Seesterns erkennen kann. Vereinfacht kann man sich einen Seeigel als Seestern vorstellen, der seine 5 Arme hochgeklappt hat. Das hervorstechenste Merkmal der Seeigel sind jedoch ihre Stacheln. Sie sitzen auf kleinen Gelenkhöckern und sind durch Muskeln teilweise beweglich. Größe und Funktion der Stacheln können je nach Art sehr unterschiedlich sein. Stacheln dienen vor allem dem Schutz vor Räubern wie Seesternen, großen Schnecken und Fischen. Zahlreiche Seeigel benutzen ihre Stacheln zur Fortbewegung. Manche Seeigel können sich mit ihren Stacheln sogar in Korallenriffe und Felsen einbohren und in seltenen Fällen wird mit den Stacheln auch angetriebene Nahrung eingefangen. Die spitzen Stacheln der Diademseeigel (Diadematidae), zu denen auch der Seeigel im Aquarium des Museums gehört, können eine Länge von über 30 cm erreichen. Zum Schutz vor Fressfeinden finden sich die tropischen Diademseeigel häufig zu größeren Gruppen zusammen und drängen sich so dicht aneinander, dass sie dadurch einen nahezu undurchdringlichen Stachelwald bilden. Die Wehrhaftigkeit dieser Stacheln nutzen einige andere Riffbewohner, um sich zwischen diesen in Sicherheit zu bringen. Ein solches Verhalten zeigen unter anderem Rippenquallen, Partnergarnelen oder Kardinalbarsche. Trotz ihrer gefährlichen Stacheln sind die Diademseeigel häufige Beute von großen Drücker- und Kugelfischen. Sie drehen den Seeigel durch einen mit dem Maul ausgestoßenen Wasserstrahl auf den Rücken, um ihn dann auf der weniger geschützten Unterseite mit den Zähnen zu knacken. Der Kontakt mit den Stacheln an Lippen und Haut scheint sie dabei nicht weiter zu stören. Auch Schwimmer und Taucher können sich leicht an den Stacheln der Diademseeigel verletzen. Insbesondere die nadelfeinen Spitzen brechen sehr leicht ab. Aufgrund der rauen Oberfläche und ihrer Zerbrechlichkeit ist es nur schwer möglich sie wieder aus der Wunde zu entfernen. Der Stich verursacht meist einen starken mehrere Stunden andauernden Schmerz sowie Schwellung und Rötung der Einstichstelle. Sehr wahrscheinlich ist für diese Reaktion ein Gift verantwortlich, das bisher jedoch nicht isoliert werden konnte. Mehr über giftige und ungiftige Seeigel, warum Seeigel nicht gleich Seeigel ist und wie es Seeigeln möglich ist sich sogar auf Glasscheiben problemlos fortzubewegen, erfahren sie an der Tipp-Säule im Aquarium des Naturhistorischen Museums. Claudia Kamcke | |