Vielgestaltige Wirbellose

Zu den wirbellosen Tieren zählt die weitaus überwiegende Zahl aller Tiere. Über neun Zehntel der mehr als eine Million bisher bekannten und wissenschaftlich benannten Tierarten gehören zu ihnen. Aus dieser Formenfülle werden die wichtigsten Stämme vorgestellt:

Von diesen Gruppen bilden wiederum die Insekten die weitaus größte mit über 800.000 Arten und damit 2/3 aller bekannten Tierarten. Daher ist den Insekten ein eigener Ausstellungssaal gewidmet.



Einzeller

Einzeller sind Tiere, die nur aus einer einzigen Zelle bestehen. Es gibt heute weltweit gut 27.000 Arten von Einzellern. Einige können größer werden als manche vielzelligen Tiere. So wird das Wimpertierchen Paramaecium caudatum bis 0,33 mm lang, während die Schlupfwespe Alaptus magnanimus nur 0,2 mm erreicht. Die vielkammerigen Schalen der meeresbewohnenden Ordnung der Foraminiferen unter den Einzellern können sogar über 1 cm im Durchmesser groß werden. Mächtige Kalkablagerungen des Meeres bestehen fast ausschließlich aus Foraminiferen-Schalen, sodass Einzeller auch wichtige Gesteinsbildner sind.

Bild: Modell eines Pantoffeltierchens


Schwämme

Die Schwämme umfassen heute etwa 5.000 Arten, von denen 25 an den deutschen Küsten und 6 in unseren Binnengewässern vorkommen. Schwämme sind sehr einfach gebaute Vielzeller, deren Zellen keinerlei Organe, wie Muskeln- oder Nervensysteme, bilden. Der Körper besteht aus einem Aggregat von selbständigen Zellen, die sich nur an der Körperoberfläche und den Kanalwänden zu einem Gewebe anordnen. Der weiche Körper der Schwämme wird fast immer durch ein Skelett gestützt, das bei den meisten Arten aus Kalk- oder Kieselnadeln besteht. Es kann bizarre Formen annehmen, wie beim Gießkannenschwamm Euplectella aspergillum von den Philippinen .

Bild: Sycontyp eines Schwammes


Hohltiere

Hohltiere mit heute gut 9.000 Arten weltweit sind relativ einfach gebaute Tiere. Ihr Körper besteht nur aus 2 Zellschichten mit einer Stützsubstanz dazwischen. Der Körper enthält einen einzigen Hohlraum - daher der Name -, der häufig in Nischen geteilt ist und nur eine Öffnung besitzt, den Mund. Die Hohltiere treten in 2 Erscheinungsformen auf: als Polyp und als Meduse oder Qualle. Ganz im Gegensatz zu dem sonst einfachen Bau der Hohltiere stehen ihre Nesselkapseln. Sie besitzen den kompliziertesten Sekretionsmechanismus, den wir im Tierreich kennen. Bei Berührung explodieren sie und injizieren zum Teil sogar ein Gift in das Beutetier. Besonders von verschiedenen Quallen ist das vielen bekannt.

Bild: Modell des Süßwasserpolypen Hydra


Weichtiere

Die Weichtiere sind ein großer Tierstamm mit 128.000 Arten. Sie sind nicht nur in ihrer äußeren Erscheinung vielgestaltig, sondern auch in ihrer Lebensweise. Im Museum sind Schnecken, Muscheln und Tintenfische zu sehen.

Bei den Schnecken wird ihre Ernährungsweise besonders dargestellt. Schnecken fressen keineswegs nur Pflanzen. Gerade ihr Nahrungserwerb ist außerordentlich vielseitig. Von diesen Ernährungstypen ist jeweils ein Tier als Präparat oder Modell mit seiner typischen Nahrung zu sehen.

Bild: Modell einer Weinbergschnecke



Alle Muscheln sind Bodenbewohner. Sie besiedeln den Boden aber in sehr unterschiedlicher Weise. Während einige sogar schwimmen und springen können, leben viele halbseßhaft, bewegen sich also nur kurze Strecken fort und bleiben oft lange an einer Stelle. Gegen das Verschlepptwerden durch Strömungen schützen sich die meisten Muscheln, indem sie sich in den Boden eingraben, in Holz oder Stein einbohren oder durch Anheften, wie wir es beispielsweise von den Miesmuscheln kennen, die sich mit ihren sog. Byssusfäden auf allen festen Untergründen festsetzen.

Bild: Modell einer Teichmuschel


Auch wenn man es ihnen auf den ersten Blick nicht ansieht, sind die Kopffüßer oder Tintenfische doch mit den Schnecken und Muscheln verwandt. Charakteristisch ist der abgesetzte Kopf mit den meist 8 oder 10 Fangarmen. Kopffüßer haben große, hochentwickelte Augen und eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit. Die heute lebenden 730 Arten sind alle räuberische Meeresbewohner. Die meisten Kopffüßer haben einen Tintenbeutel. Müssen sie durch Rückstoß fliehen, indem sie Wasser aus ihrer Mantelhöhle durch einen Trichter auspressen, geben sie diesem Wasserstrahl Tintensekret bei. Beim Tintenfisch Sepia wird das Wasser auf diese Weise meterweit getrübt, sodass das Tier hinter dieser Nebelwand nicht mehr zu sehen ist und fliehen kann.


Gliederfüßler

Zu den Gliederfüßlern gehören neben den Insekten die Krebse, Tausendfüßler und Spinnentiere. Gleich am Museumseingang empfängt den Besucher eine japanische Riesenkrabbe. Von allen Krebsen hat sie die größte Beinspannweite. Die Scherenbeine unseres ausgewachsenen Tieres messen 1,50 m. Die japanische Riesenkrabbe lebt in Meerestiefen von 50-300 m in Buchten der japanischen Inselwelt.

Spinnentiere sind direkt vor dem Insektensaal ausgestellt. Hier kann man durch direkten Vergleich sehen, dass Spinnen keine Insekten sind, wie viele immer noch meinen. Am leichtesten ist der Unterschied an den Beinen zu erkennen. Im Gegensatz zu den Insekten mit ihren 3 Beinpaaren haben Spinnen 4 Beinpaare.

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