
Tipp des Monats im Juli 2003:
Der Wolf - erfolgreich durch Teamarbeit
| Wölfe haben keinen guten Ruf. Werwölfe und das Märchen vom Rotkäppchen prägen bis heute das Bild von der „Bestie“ in unseren Köpfen. Jahrhundertelang verfolgt, verschwanden die Tiere aus weiten Teilen Europas. Heute sind Wölfe dabei, ehemalige Lebensräume wieder zu besiedeln. In Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg treten vereinzelt Tiere auf, die aus Polen eingewandert sind. Auf einem Truppenübungsplatz in der Oberlausitz hat sich ein erstes Wolfsrudel gebildet. In Niedersachsen konnte sich die aus einem Gehege ausgebrochene Wölfin „Bärbel“ immerhin ein halbes Jahr halten, bevor sie „aus Versehen“ erschossen wurde. Die Angst vor dem Wolf ist nach wie vor tief verwurzelt. Dabei ist ein Angriff von Wölfen auf Menschen kaum denkbar, denn die Tiere sind ausgesprochen scheu und machen um jeden Zweibeiner einen großen Bogen. Ihr eigentliches Problem ist, dass sie als Nahrungskonkurrenten des Menschen auftreten und jagdbares Wild oder, wenn dieses knapp ist, auch Haustiere reißen. Ein friedliches Zusammenleben mit Wölfen ist aber unter der Voraussetzung möglich, dass man ihnen sowohl Rückzugsgebiete als auch genügend natürliche Beutetiere lässt und ihnen diese auch zugesteht. |
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Wölfe sind soziale Tiere, die Rudel bilden. Ein Wolfsrudel besteht aus 5-11 Tieren. Meistens handelt es sich um einen Familienverband mit einem erwachsenen Alpha-Paar, dessen Welpen und den Jungen vom vorigen Jahr. Bei der Jagd arbeiten die Rudelmitglieder im Team, verteilen sich im Gelände, kreisen ihr Opfer ein und schneiden ihm den Fluchtweg ab. Beutetiere, die stehen bleiben und sich zur Wehr setzen, haben meistens gute Überlebenschancen. Sie werden zwar von den Wölfen umkreist, diese bleiben aber außerhalb der Reichweite von Hufen und Kopfwaffen. Ein fliehendes Beutetier dagegen hat schlechtere Aussichten, weil es während der Flucht leichter angreifbar ist und meistens schneller ermüdet als die ausdauernden Wölfe. Der Wolf ist der Stammvater aller unserer Haushunde. Hunde sind die ältesten Haustiere und begleiten uns seit mehr als 10.000 Jahren. Zunächst als Fleisch- und Felllieferanten geschätzt, wurden sie später zu Wachhunden, Jagdgenossen oder Begleithunden. Letztere werden oft ein möglichst „niedliches“ Aussehen gezüchtet. Welche Folgen die runde Kopfform und die „Stupsnase“ haben, zeigen anschaulich einige Schädelpräparate. Anlässlich des Tipps des Monats ist auch eine niedersächsische Berühmtheit, der „Würger vom Lichtenmoor“, zu sehen. Was es mit ihm auf sich hat, kann in noch bis Ende September im Naturhistorischen Museum in Erfahrung gebracht werden. |