Gerade einmal zehn Gramm wiegt der Zaunkönig, dies wird hierzulande nur
vom Goldhähnchen unterboten.. Sein rostbraun gebändertes Gefieder sorgt
für eine perfekte Tarnung im Unterholz. Charakteristisch ist sein steil
aufgerichteter Schwanz. Männchen und Weibchen sind beim Zaunkönig gleich
gefärbt. Sein spitzer und leicht gebogener Schnabel kennzeichnet ihn als
typischen Insektenfresser. Mit seiner kompakten Gestalt und seinen
kurzen runden Flügeln ist er perfekt an das Leben und die Fortbewegung
im dichten Gestrüpp angepasst. Fast mäusegleich huscht er in
unmittelbarer Bodennähe von einem Versteck zum nächsten.
Was
dem Zaunkönig an äußerer Pracht fehlen mag, macht der Winzling mit
seinem laut schmetternden, unverwechselbaren Gesang wett. Das singende
Männchen erreicht trotz seiner geringen Größe eine enorme Lautstärke und
ist auf einer Distanz von bis zu 500 Metern zu hören. In der Brutzeit
beginnt der „königliche Gesang“ mit der Morgendämmerung und endet erst
am späten Abend.
Der
Zaunkönig bevorzugt unterholzreiche Wälder und Feldgehölze aber auch
Gärten und Parks, die ausreichend Deckung für ein ungestörtes
Brutgeschäft bieten. Gerne besiedelt er auch feuchtere Standorte,
weshalb man ihn regelmäßig entlang von Bachläufen und Grabenrändern
findet. Entscheidend für die Revierwahl ist der Faktor Sicherheit. Eine
dichte Vegetation in Bodennähe bietet dem Zaunkönig den richtigen
Unterschlupf. Die lebensnotwendige Deckung findet er aber auch entlang
von Natursteinmauern und selbst künstliche Nischen unterschiedlicher Art
können seinen Ansprüchen genügen. So findet man nicht selten seine
Nester an recht ungewöhnlichen Orten wie in alten Briefkästen, in alten
Blumentöpfen, stehen gelassene Fahrräder oder in an Türen hängen
gebliebenen Adventskränzen.