Die Eurasische Zwergmaus Micromys
minutus ist unser kleinstes Nagetier und eine der kleinsten Mäusearten
überhaupt. Bei einer Gesamtkörperlänge bis 14 cm bringt das Fliegengewicht
meist nur 7 g auf die Waage.
Die kleine Maus ist ein
hochspezialisierter „Halmkletterer“. Sie ist in feuchten Lebensräumen mit
hochwachsenden Gräsern anzutreffen. In den dichten Ried- und Seggenbeständen
findet sie ihr bevorzugtes Revier. Sie ist aber auch in Getreidefeldern
vorzufinden. Mit ihrem geringen Gewicht, den als Greiffüße ausgebildeten Pfoten
und dem sehr biegsamen Greifschwanz ist sie hervorragend auf den Lebensraum
„Halmwald“ eingestellt.
Ihre Nahrung besteht überwiegend aus
Sämereien, Früchten, Gräsern, Insekten und deren Larven. Der kleine Nager ist
recht aktiv und ständig auf Futtersuche. Wegen ihres dauernden Futterbedarfs ist
die eigentlich nachtaktive Maus auch tagsüber viel unterwegs und gut zu
beobachten.
Das auffälligste Kennzeichnen, mit dem
die Zwergmaus ihre Anwesenheit sofort verrät, ist ihr kugelförmiges Nest. Dieses
ist meist in 40-80 cm Höhe zwischen Halmen verankert. Der Bauplan und die
Technik des Nestbaues sind ihr angeboren. Mit dem Bau beginnt die Maus meist im
Schutze der Nacht. Dabei werden zunächst Gräser zu einem Grundgerüst miteinander
verflochten. Sobald das Nestgerüst fertig ist, baut die Zwergmaus auch tagsüber
im Nestinnern weiter und polstert das Nest mit zerfaserten Pflanzenteilen aus.
Mehr über Zwergmäuse und
ihren Familienleben erfahren sie an der Tipp-Säule im Naturhistorischen Museum,
direkt neben dem Zwergmaus-Terrarium.
Chelsea Eddington